Aus der Erde über die Bäume

Barsinghausen. 

Erneut organisierte die Siedlergemeinschaft Barsinghausen eine Zwei-Tagesfahrt, diesmal nach Thüringen. Ziel war das Erlebnisbergwerk Merkers. Erste Station war Eschwege, hier wartete ein reichhaltiges Spät-Frühstück im "Cafe Mozart" auf die Reisegruppe, anschließend ging es weiter zum Bergwerk.

Bereits 500-100 v. Chr. nutzen die Kelten die Solequellen von Salzungen, 77 n. Chr. wurden die Salzsiedeanlagen in Salzungen in einer Schenkungsurkunde Karls des Großen erwähnt. 1945 geriet das Bergwerk Merkers in die Schlagzeilen als der Goldschatz der Reichsbank und eingelagerte Kunstwerke durch amerikanische Truppen erbetuet wurden. Die Kristallgrotte wurde 1980 entdeckt. Eröffnung des Erlebisbergwerks war 1991. Nach einer kurzen Einweisung ging es für die Siedler in Förderkörben in 90 Sekunden bis auf 500 Metern Tiefe. In einer 21 Kilometer langen Rundfahrt auf Mannschaftswagen wurden Einzelheiten über den Kalisalzabbau erläutert. Im ehemaligen Großbunker mit einer Ausdehnung von 250 Metern Länge, 22 Metern Breite und bis zu 17 Meter Höhe konnten bis zu 50.000 Tonnen Rohsalz zwischengelagert werden. Heute befindet sich hier der größte untertägige Schaufelradbagger der Welt, außerdem wird der Großbunker wegen seiner besonderen Akustik mit seinen kathedralartigen Dimensionen für Konzerte jeglicher Art genutzt. Unter den grünen Hügeln der Rhön haben die Kräfte der Natur in Jahrmillionen eine faszinierende Kristallgrotte geschafften. Salzkristalle von einzigartiger Größe konnten in 807 Metern Tiefe bestaunt werden. Nach etwa drei Stunden ging es für die Gruppe in Förderkörben wieder ans Tageslicht, nicht ohne gemeinsam das "Steigerlied" gesungen zu haben. Tief beeindruckt von den Erlebnissen Untertage ging es weiter in die Residenzstadt Gotha, hier bezog die Gruppe ihr Quartier im "Hotel am Schlosspark".

Nach einem gemeinsamen Abendessen machte sich eine kleine Gruppe auf, um die Stadt am Abend zu erkunden, andere verlebten einen gemütlichen Abend im Hotel. Der zweite Tag begann mit einem üppigen Frühstücksbufett, anschließend ging es auf Stadterkundung. Während einige durch den Schlosspark spazierten, besichtigten kleine Gruppen den Marktplatz mit seiner Wasserkunst am oberen Hauptmarkt, andere wiederum sahen sich Schloss Friedenstein und den Orangeriegarten an. Am späten Vormittag hieß es Abschied nehmen von Gotha, die Reise ging weiter in Richtung Hainich. Doch zuvor erwartete die Siedler ein leckeres Mittagessen in "Schill's Schenke" in Weberstedt. Gut gestärkt wurde das letzte Ziel angesteuert, das UNESCO-Weltnaturerbe Nationalpark Hainich.

Hier wachsen die wertvollsten artenreichen Buchenwälder der Mittelgebirge auf Kalksandstein. Auf zwei großen Schleifen duch die Baumkronen, auf Plattformen und an Schautafeln wurde manches Neue und Überraschende aus der Tier- und Pflanzenwelt präsentiert. Ein herrlicher Panoramablick bot sich den Reisenden vom 44 Meter hohen Baumturm. Damit auf der Heimfahrt keine Langeweile aufkommen konnte, hatte der Vorsitzende ein Quiz ausgearbeitet. Hier war besonderer Ehrgeiz angesagt, denn es galt, einen von vielen gespendeten Sachpreisen zu gewinnen. Ankommen in Barsinghausen hieß es einstimmig: "Herzlichen Dank für zwei schöne Tage in Thüringen". 

red, 09.09.2016, 09:47
Redakteure CON

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