Ein wahres Feuerwerk wurde da abgebrannt

Wennigsen. 

Die Mienen der Veranstalter beim 445. Konzert im Klostersaal in Wennigsen hellten sich nach und nach auf. Hatte der Kulturkreis Kloster Wennigsen doch befürchtet, die Schneefälle würden zu einem leeren Klostersaal führen. Doch für diese Verhältnisse war er am Ende gut gefüllt. Auch mit jugendlichem Publikum, was besonders erfreute. Den Besuchern im Klostersaal bot sich ein vielfältiges Bild: auf der Bühne waren neben dem Flügel auch Marimba, Vibraphon, zwölf Becken, Hi-Hat, Bongos, Congas, eine kleine Trommel und Maracas zu sehen. Zu Gast waren die Brüder Alexej (Percussion) und Nicolai Gerassimez (Piano).

Schon im zweiten Stück (Los destellos de la resonancia – von Roberto Sierra) wurde deutlich, welch eine Vielfalt das Schlagzeug – nicht nur wegen der unterschiedlichen Instrumente – erzeugen konnte. Die “Strahlen der Resonanz” intonierten sich auf den Becken, dem Vibraphon, der Marimba, ja, sogar auf den Saiten des Flügels, die mit dem Stab angeschlagen wurden. Ein wahres Feuerwerk wurde da abgebrannt. Und alles im hervorragenden Zusammenspiel mit Nicolai Gerrasimez am Flügel. Das Publikum war begeistert.

Es folgte mit Termazcal – einem Stück des Mexikaners Javier Alvarez – eine Reise durch die traditionelle lateinamerikanische Musik und moderne elektronische Klänge in die Welt der Mayas. Es war verblüffend, wie Alexej Gerassimez mit seinen Maracas (Rasseln) und seinen Körperbewegungen den vorgegebenen Rhythmus aufnahm und interpretierte, der sich schließlich an einem Strand irgendwo in der Karibik verlor. Auch optisch dargestellt durch das Verlassen des Saales. Mit der sehr harmonischen Toccata des dänischen Komponisten Anders Koppel (geb. 1947) zeigten die Brüder Gerassimez ihr hervorragend aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel.

Hoch interessant war anschließend für die Zuhörer die Demonstration, was alles mit der kleinen Trommel an musikalischen Ausdrucksfähigkeiten möglich ist. Ob mit den Händen, den Drumsticks mit unterschiedlicher Kopfform, den Besen oder mit unterschiedlichen Rhythmen – es ergab sich eine Vielfalt an Möglichkeiten aus der schlicht bespannten Fläche der Snare-Drum einen Kosmos herauszuholen. Mit der rhythmischen Zugabe, ein Ragtime, verabschiedeten sich die Künstler von ihrem Publikum.

hug, 19.01.2016, 10:27
Redakteure CON

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