Europaverein reist nach Mont-Saint-Aignan

Barsinghausen. 

Mit fast vierzig Teilnehmern ist der Europaverein am Donnerstagmorgen der Einladung unserer französischen Partnerstadt Mont-Saint-Aignan gefolgt. Wie immer ist bereits die Busfahrt ein erstes Erlebnis und Gelegenheit zum Kennenlernen im bunten Mix aus Neulingen, erfahrenen Reisenden und „alten Hasen“. Am Abend erreichte die Gruppe das Gemeindezentrum in Mont-Saint-Aignan, wo sie von den französischen Gastgebern empfangen wurde. Nach einem Umtrunk zur Begrüßung und einem Grußwort von Christian Haller, dem französischen Koordinator für die Partnerschaft mit Barsinghausen, ging es direkt in die Gastfamilien.

Schon früh am Freitagmorgen ging es gemeinsam mit den Gastgebern auf einen Tagesausflug nach Amiens. Die Stadt bietet mit ihren Wassergärten, den „Hortillonnages“ und der beeindruckenden Kathedrale ein besonderes Ausflugsziel. Die über 300 ha große Anlage der "Schwimmenden Gärten" (Hortillonnages) im Herzen der Stadt Amiens, die durch die Flüsse Somme und Avre mit fließendem Wasser versorgt wird, wurde vom Boot aus erkundet. Die Gartenparzellen, die von hunderten Kanälen und Wasserläufen in kleine Inselchen unterteilt sind, wurden seit dem Mittelalter von den Wassergärtnern als Nutzgärten betrieben, deren Erzeugnisse auf dem Markt der Stadt Amiens angeboten wurden. Heute sind viele der Parzellen Freizeitgärten und entsprechend liebevoll gestaltet. Charakteristische Flachboote dienen seit jeher den Gärtnern zum Transport der Waren und heutzutage auch für touristische Rundfahrten durch die Kanäle in herrlich entschleunigter Atmosphäre.

Nach einer interessanten Tour durch die Altstadt von Amiens besichtigte die deutsch-französische Gruppe die Kathedrale von Amiens, die wie durch ein Wunder von den Zerstörungen der beiden Weltkriege weitgehend verschont blieb. Die Errichtung der Kathedrale ging aufgrund der Erfahrungen aus anderen Projekten schnell voran, wodurch sie eine bemerkenswerte architektonische Einheit erhalten hat. Sie ist die größte gotische Kathedrale Frankreichs und hat das höchste Kirchenschiff Frankreichs. 1981 wurde die Kathedrale in das Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen.

Am Samstagvormittag trafen sich alle im Zentrum von Rouen an der Kathedrale um in direkter Nachbarschaft eine Ausstellung über Jeanne d’Arc zu besuchen, die erst im März diesen Jahres eröffnet wurde und in besonders sehenswerter Weise das Leben der französischen Nationalheldin vorstellt. Nach zwei Jahren Bauzeit wurde im März 2015 das „Historial Jeanne d’Arc“ im ehemaligen erzbischöflichen Palast von Rouen eröffnet. An jener Stelle also, an der die französische Nationalheldin 1431 zum Tode verurteilt wurde. Auf fünf Etagen und insgesamt 1.000 qm wird hier auf anschauliche und sehr moderne Weise die Geschichte anhand des Rehabilitationsprozesses erzählt, der an gleicher Stelle 1456 stattfand.

Am Abend trafen sich alle Gäste und Gastgeber wieder, um gemeinsam im Gemeindezentrum den schon traditionellen Abschlussabend der Himmelfahrtsbegegnung zu feiern. Eingeleitet wurde der Abend von Mme. Flavigny, der Oberbürgermeisterin von Mont-Saint-Aignan, die auch seit vielen Jahren in der Partnerschaft zwischen Barsinghausen und MSA engagiert ist. In Ihrem Grußwort machte sie darauf aufmerksam, dass die Partnerschaft zwischen Barsinghausen und Mont-Saint-Aignan im nächsten Jahr „Goldene Hochzeit“ feiert. Im Jahr 1966 wurde die Partnerschaftsurkunde von beiden Städten in Barsinghausen unterzeichnet. Barsinghausens Bürgermeister Marc Lahmann betonte in seiner Rede die Bedeutung dieser Treffen auf persönlicher Ebene um die Freundschaft zwischen den Völkern zu festigen.

Im Rahmen der Himmelfahrstbegegnung wurden Gespräche zur Vorbereitung des 50-jährigen Jubiläums zwischen den Verantwortlichen der Partnerschaftsvereine Thorsten Franz (Vorsitzender des Europavereins), Tony O'Brien (Koordinator für Mont-Saint-Aignan), Christian Haller (Koordinator des frz. Partnerschaftsvereins) und den beiden Bürgermeistern geführt. Im Jahr 2016 finden die Jubiläumsfeierlichkeiten in Barsinghausen statt. Dazu wurden die französischen Partner bereits herzlich eingeladen.

bri/ red/ Thorsten Franz, 19.05.2015, 20:20
Redakteure CON

Kommentare

Keine Kommentare

Benutzeranmeldung

Zum Kommentieren bitte anmelden
Anmelden

Kennwort vergessen?