"Plattfüße“ - Landringhausens besondere „Alters-Initiative“

Landringhausen. 

Weil Knie und Gelenke nicht mehr so richtig wollten und so mancher Rücken schmerzte, organisierten sich die damaligen Volleyballer der „Sportfreunde“ um. Walter Homeyer, Heinrich Volker, Jürgen Schulze usw. strebten altersnahe Ziele mit Freude am Neuen an. Nach dem Motto: Nicht dem Leben mehr Tage geben, sondernden Tagen mehr „er“Leben. Kurzerhand stand der Volleyball nicht mehr im Mittelpunkt, sondern bei Bosseln, Bowling, Boulen, Kegeln, Luftgewehr- und KK-Schießen andere Arten von Kugeln. Dazu wurden die Kugellager der Fahrräder bei zig Erkundungsfahrten durch das Calenberger Land mit weiterer Umgebung strapaziert. Alles, was Miteinander aktiviert, Freude bereitet, bewegt und die Geselligkeit fördert.

„Seit der Gründungsrunde vor fünf Jahren dürften wohl sämtliche Biergärten im Umkreis von 20 km angefahren worden sein“, so Bernd Ueberschär. An einigen Zielpunkten sorgt Günther Hartmann für besondere Leckerbissen vom Grill und aus der Pfanne, während Martin Horch sich auf Fisch für die inzwischen 18köpfige Gruppe spezialisiert hat. Ab und an geht’s bei zünftigen Abschluss-Jausen und Planungsgesprächen zu „Elke“ ins heimische Gasthaus.

Kassenwart Martin Hoch lässt bei jedem Treffen das eigens von den Plattfüßen erfundene Röhrchen in geselliger Runde kreisen für den Obolus (2-5 € pro Nase), der in die Gemeinsamkeiten zurück fließt. So treffen sich die munteren und inzwischen 65 – 83jährigen im Winter monatlich zu einer Unternehmung, im Sommer wöchentlich.

Im Schnitt mit 12 – 14 Unentwegten für Touren über 20 – 30 km, wobei sich das E-Bike durchzusetzen scheint. Hin und wieder werden dabei auch regionsnahe Firmen für eine Besichtigung angesteuert. G. Hartmann schätzt es auch nebenher, als zusätzlich motorisierter Biker (kettenbetriebenes Motorrad) Tourenchancen zu ergründen und für Vorschläge zu erweitern.

Unlängst führte eine Etappe von Nienburg zurück nach Landringhausen. Der Zugführer

des RE nach Bremen war in Wunstorf wohl so überrascht von der Vielzahl der Pedalisten,

dass er bereits nach dem 6. verladenen Fahrrad anruckte und losfuhr, also den Rest der

darüber staunenden Gruppe in Wunstorf zurück ließ. Über den nächsten Zug traf man

sich dann in Nienburg wieder und wußte nach Rückfahrt über Steinhude und Wunstorf

am Abend „bei Heike Kuckuck“ in Kolenfeld das Schnitzelessen um die Erlebnisse dieses

neuen Bahnkapitels zu bereichern.

Für diesen Sommer wird eine zweitägige Überraschungstour durch das Calenberger Land einschl. der Leineauen mit Übernachtung geplant. Und natürlich: „Die gute Tat“ der Plattfüße. Nachdem das Sportheim einen neuen Anstrich bekommen hatte, wurde im vergangenen Jahr der z.T. verfallene Holzzaun des Friedhofes abgebaut und entsorgt und damit die Grundlage für eine Erneuerung durch die Kirchengemeinde gelegt. Da die Hilfsbereitschaft der Plattfüße dorfweit bekannt ist, steht auch das diesjährige Projekt quasi vor der Haustür an. Um diese heimischen Haustüren dreht sich auch die Herkunft aller Beteiligten. So kennt sich mehr als die Hälfte der Gruppe bereits von Kindesbeinen an und weiß oft in schönsten Erinnerungen zu schwelgen. So wie der kürzlich zum Plattfuß gewordene Horst Körber, der augenzwinkernd meint: „Das Schönste an Barsinghausen sind Landstraße und Radwege nach Landringhausen.“ Dieter Rodeck, Herbert Stakemann und Eckart Herhaus sinnieren wie aus einem Munde: „Für alle ist es das oberste Ziel, so lange wie möglich bei unseren geselligen Aktivitäten mitzumachen“.

 



Horst Körber, 27.04.2015, 07:15
Redakteure CON

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