Saiten-Begegnung erfreut Besucher

Wennigsen. 

Im vollbesetzten Spritzenhaus lauschte das Publikum gespannt der ungewöhnlichen Instrumenten-Kombination Gitarre und Santur.

Negin Habibi griff abwechselnd zur spanischen und zur klassischen Gitarre. Mit den Espagnoletas des Barock-Komponisten Gaspar Sanz gewann sie gleich zu Anfang durch ihr einfühlsames und zugleich virtuoses Spielen die Zuhörer für sich. In ihrer Zwischenmoderation hob sie hervor, dass die Brücke zwischen ihren Instrumenten und dem Santur des Iraners Ehsan Ibrahimi eigentlich das maurische Spanien bilde.

Das persische Santur, eine trapezförmige Zither-Variante, spielte Ehsan Ibrahimi mit den kleinen Holzschlegeln so virtuos und mit überzeugend abgestufter Dynamik, dass seine Improvisationen genannten Kompositionen je nachdem meditativ oder rauschhaft wirkten. Das Calenberger Publikum folgte den für hiesige Ohren neuartigen Tonfolgen mit atemloser Aufmerksamkeit. Unter den Besuchern waren auch Flüchtlinge aus dem Iran, die die Rhythmen und musikalischen Motive mit erkennbarer Freude genossen.

Beide Musiker  bedankten sich für den langen Applaus mit einer Zugabe, einer erstmals vorgetragenen gemeinsamen Improvisation von eindrucksvoller Dichte und Zartheit. Goethe, Freund der Kultur Spaniens und des Orients, hätte seine helle Freude daran gehabt – die Zuhörer jedenfalls waren berührt und begeistert.

SPRH, 01.03.2016, 14:56
Redakteure CON

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