Wie man Obstbäume richtig schneidet

Barsinghausen. 

Regen Zuspruch fand kürzlich der Baumschnittkurs, den der Deister-Obst- und Gartenbauverein Barsinghausen im Garten von Elke Schneider veranstaltet hatte. Nahezu 40 interessierte Gartenfreunde, darunter viele Gäste, waren erschienen, um sich von dem Kursleiter Dr. Volker Zahn in die Geheimnisse des Obstbaumschnittes einführen zu lassen.

Der Jahreszeit entsprechend stand der Kurs unter dem Thema Sommerschnitt. Zunächst stellte der Lehrgangsleiter nützliche Werkzeuge vor, wie Gartenschere, Astschere und ver­stellbare Bügelsäge, und erklärte, wie man diese Geräte zweckmäßig bedient und auf welche Besonderheiten man beim Erwerb achten sollte. Dann ging es an die praktische Arbeit. Ein reich tragender Apfelbaum stand für den Baum­schnittkurs zur Verfügung. Der Experte regte an, sich diesen Baum zunächst genau anzu­sehen, um zu erkennen, welche Korrekturen mit dem Sommerschnitt an dem Baum erfor­derlich sind. „Damit die Äpfel sich besser entwickeln können, brauchen sie mehr Sonnen­licht. Die Äpfel werden durch zahlreiche neu gebildete und zu eng stehende Triebe be­schat­tet,“ waren Äußerungen von Teilnehmern. Damit war die Zielrichtung für den Som­mer­schnitt an diesem Baum gegeben. „Die Baumkrone ist auszulichten. Man entfernt zunächst nach innen wachsende, sich überkreuzende, kümmerliche, kranke und trocken ge­wor­dene Triebe sowie die nach oben wachsenden Wassertriebe. Beim Schneiden der gesunden Triebe ist zu überlegen, welche Triebe sich weiter entwickeln sollen. Man wählt sie als Astverlängerungen aus und lässt sie stehen,“ so der Fachmann.

Beim Auswählen einer Astverlängerung berücksichtigt man nicht nur den Zustand und die Wuchsrichtung des Triebes und die gegenwärtige Form der Baumkrone, sondern man muss - die nächsten Jahre vorausschauend - auch die gewünschte Weiterentwicklung der Baumkrone im Blick haben. „Richtig spannend kann es werden, wenn mehrere dicht zusammenstehende Triebe als Astverlängerungen gleichermaßen in Frage kommen. Dann muss man abwägen,“ mein­te der Experte. Auf leicht verständliche Weise erfuhren die Teilnehmer im Verlaufe des Vormittags viel Wissenswertes über Fruchtknospen und Blattknospen, über den Aufbau des Stammes, über Borke, Rinde und Kambium, über den Saftstrom, über die Reaktionen des Baumes nach dem Baumschnitt. Volker Zahn erklärte auch, woran es liegt, dass manche Apfelbäume nur in jedem zweiten oder dritten Jahr Früchte tragen und wie man diese „Alternanz“ durch langfristig angelegte Schnittmaßnahmen teilweise ausgleichen kann. Auch über das Schneiden von Beerenobststräuchern (Jostabeere, Aronia), von Weinreben und von Walnussbäumen wurde informiert.

red, 10.08.2016, 17:38
Redakteure CON

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