Anna Forcke Stift wird zum Hospiz

Seit 1998 steht das Anna Forcke Stift leer.Architekt Dipl.-Ing. Dirk Nolte ist mit dem Projekt beauftragt.

Barsinghausen. 

Seit 1998 steht das Anna Forcke Stift in der Bergstraße leer und das eigentlich schöne und auch schön gelegene Gebäude verfällt seitdem immer mehr. Ein Brand im Jahr 2012 hat dem Gebäude zusätzlich noch zugesetzt. Nun soll der Immobilie wieder Leben eingehaucht werden, denn Andrea und Ernst Wildhagen aus Barsinghausen haben das Anna-Forcke-Stift gekauft. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, so beschreibt Andrea Wildhagen ihre Gefühle, als sie vor gut einem Jahr das Anna Forcke Stift zum ersten Mal sah. Ehemann Ernst Wildhagen war genauso begeistert und gemeinsam überlegten sie, was man aus so einem Haus machen könnte. Geplant ist nun, in dem denkmalgeschützten Gebäude ein stationäres Hospiz zu errichten. Betreiber des Hospizes wird die Gemeindediakonie Barsinghausen sein. Auf dem unteren Teil des an der Bergstraße liegenden Hanggrundstückes entstehen individuelle Einfamilienhäuser.

Die Gemeindediakonie wird einen Betreiberverein gründen und das gesamte Gebäude mieten. 1.600 Quadratmeter bieten Platz für 10 bis 15 Hospizgäste, für Familienangehörigen sowie Gemeinschafts- und Personalräume, Büros und ein Andachtszimmer. Die Idee zum einen Hospiz kam von Joachim Richter, Vorstand der Gemeindediakonie, und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Pastor Friedhelm Feldkamp. „Ein Hospiz kommt dem Stift-Gedanken von damals sehr nahe. Da schließt sich der Kreis wieder“, so Andrea Wildhagen. „Der Bedarf an Hospizplätzen steigt immer mehr. Neben dem Ambulanten Hospizdienst bildet der stationäre Betrieb eine perfekte Ergänzung“, ergänzt Richter.

Der Architekt Dirk Nolte aus Bantorf ist damit beauftragt worden, dem weiteren Verfall Einhalt zu gebieten und die Planungen der Sanierung in die Tat umzusetzen. Es ist geplant, noch in diesem Jahr mit der umfangreichen Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes zu beginnen, denn zum einen setzt ein Hausschwamm der Gebäudestruktur mächtig zu und sollte daher zeitnah entfernt werden, zum anderen ist die Aufnahme des Betriebes des Hospizes schon für das Jahr 2018 geplant. Daher gilt es, keine Zeit zu verlieren.

Ernst Wildhagen geht davon aus, dass das Gebäude noch so manche Überraschung während der Sanierung zutage bringen wird. Seit längerer Zeit stand das Anna-Forcke-Stift zum Verkauf und vor Kurzem wurde der Vertrag unterzeichnet. Die Verwaltung der Stadt Barsinghausen war als Untere Denkmalschutzbehörde eng in die Sanierungsplanungen des Gebäudes eingebunden. Hierbei steht der Erhalt der Außenfassade des im Jugendstil im Jahr 1908 erbauten Gebäudes im Vordergrund. Das Investitionsvolumen liegt bei rund drei Millionen Euro nur für die Sanierung des Gebäudes. Die Gemeindediakonie wird rund 400.000 Euro für die Innenausstattung und den Innenausbau investieren.

Familie Wildhagen hat noch weitere Ideen. „Wir merken, dass sich viele Menschen für „Anna“ interessieren. Deshalb wird es öffentliche Besichtigungstermine geben, ein Facebook-Auftritt ist geplant sowie eine umfangreiche Fotodokumentation“, erklärt Andrea Wildhagen. Der erste Besichtigungstermin ist am 2. November um 15 Uhr. Treffpunkt: Am Tor Bergstraße 27. Und noch eine Bitte der Eigentümer: „Wir suchen dringend Fotos oder Berichte, als das Stift noch in Betrieb war“. Wer Unterlagen hat, meldet sich bitte bei Andrea Wildhagen, 05105-520780 oder andreawildhagen@gmail.com.


krü, 27.10.2016, 18:45
Redakteure CON

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