Betreuer für minderjährige Flüchtlinge fehlen: Wohncontainer stehen leer

Seit August stehen die Wohncontainer leer.Die jungen Bewohner vom Haus 3 freuen sich über den Besuch der Regions-FDP.

Barsinghausen / Springe / Region. 

Anfang dieses Jahres sind die ersten unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge in extra aufgestellten zweistöckigen Containern am Kinder- und Jugendheim am Waldhof untergebracht worden. Doch seit August stehen die Container leer. „Uns fehlt schlicht und einfach das Personal“, sagt Waldhof-Leiter Dietmar Bolte bei einem Besuch der Regions-FDP. 20 Plätze waren für die jungen Flüchtlinge eingerichtet worden. Hier sollten sie während des sogenannten Clearingverfahrens, bei dem die Biografien sowie das Bildungsniveau und der Gesundheitszustand der Jugendlichen festgestellt werden, wohnen. Für das Verfahren wird eine Dauer von etwa acht Wochen gerechnet. Danach werden die Minderjährigen in festen Einrichtungen untergebracht, so zum Beispiel in Wunstorf, wo eine Einrichtung gebaut wurde, und in den Wohngruppen der Einrichtung am Waldhof. „Wir haben einen großen Mangel an Fachkräften“, sagte Bolte. Zwei erfahrene Betreuer aus einer Wohngruppe werden derzeit in der Einrichtung in Wunstorf eingesetzt. „Sie fehlen jetzt hier und werden von den jungen Bewohnern schmerzlich vermisst“, erklärte Bolte. Sieben bis neun Arbeitsplätze könnte er sofort besetzen, wenn denn geeignetes Personal vorhanden wäre. Und auch Stellenanzeigen bringen nur mäßigen Erfolg. „Auf unser Stellenangebot gab es gerade fünf Bewerbungen“, berichtete er.

Dabei könnte alles so gut sein. „Wir haben neun minderjährige Flüchtlinge in unseren Wohngruppen untergebracht und das Zusammenleben klappt wirklich gut“, sagte Bolte. Die Flüchtlinge lernten schnell deutsch und Fremdenfeindlichkeit komme gar nicht erst auf. „Auch wenn unsere Jugendlichen schon zum Teil verärgert waren, dass um die Flüchtlinge viel Aufhebens gemacht wurde und sie selbst nun auf zwei beliebte Betreuer verzichten müssen“, gab Bolte zu bedenken.

Die Mitglieder der Regions-FDP, Gerhard Kier und Klaus Nagel, sowie der Barsinghäuser FDP-Ratsherr Fred Wellhausen besuchten anschließend die Patengruppe der FDP im Haus 3. Der Kontakt besteht bereits seit Jahrzehnten. Dort fand eine kleine vorweihnachtliche Bescherung für die jungen Bewohner statt sowie ein gemeinsamer gemütlicher Nachmittag bei Kaffee und Kuchen.

bri, 14.12.2016, 19:35
Redakteure CON

Kommentare

Wutbürger - , 15.12.16 09:11:
Es ist unfassbar, mit welcher Intensität das Geld für Wohncontainer, gekaufte Gaststätten (in Goltern) und zügig aus dem Boden gestampfte Flüchtlingsheime(Egestorf/Kirchdorf) rausgeschmissen wurde. Nun scheitert es an "Fachpersonal" , das die wernigen Leute betreut, die noch kommen. Wo ständen wir heute, wenn das Geld schnell und unkompliziert für Kinderbetreuung in Kitas ausgegeben worden wäre. Oder wenn man bei der Tafel für bedürftige einen warmen Mittagstisch eingerichtet hätte.

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