Bischoff: "Senioren sind in den Räten unterrepräsentiert"

Barsinghausen. 

Mit Unverständnis hat Claus Bischoff, Mitglied der Sprechergruppe des Seniorenrates, auf die Ausführungen von Oliver Reich zur Zusammensetzung des Rates (CON berichtete) reagiert. In einem offenen Brief wendet er sich an den gewählten Kandidaten, der auf sein Mandat verzichtete:

"Sehr geehrter Herr Reich,

einige Hinweise aus der Bevölkerung haben mich veranlasst, Ihre Mitteilung über den Mandatsverzicht im Stadtrat Barsinghausen noch einmal nachzulesen. Ich habe das Gefühl, Sie haben Ihre Aussagen zum Thema Ratsmandat und ältere Bürger nicht gut überlegt. Unabhängig davon, dass Sie Ihre Wähler enttäuschen, die gerade Ihnen und weniger Ihrer Gruppe ihre Stimmen gegeben haben, beurteilen Sie ein Gremium, dem  Sie selbst nicht angehören möchten. Vielleicht entfremden Sie auch damit die Bürgerinnen und Bürger von der Politik. Ganz erschrocken bin ich aber über Ihre Äußerung zum überproportionalen Anteil der Senioren im Kommunalparlament und den daraus folgenden weltfremden Debatten. Die Altergruppe der über 60-jährigen hat einen Anteil an der Gesamtbevölkerung von 30 Prozent - in Barsinghausen derzeit fasst 10.000 von insgesamt 33.000. In keinem Parlament, weder auf kommunaler Ebene, noch auf Landes- oder Bundesebene erreicht der Anteil der Abgeordneten diesen Anteil. Somit sind die Senioren in den Parlamenten unterrepräsentiert. Wahrscheinlich auch ein Grund, dass es in vielen Kommunen und auch auf Landesebene Seniorenbeiräte gibt. Zum anderen sollten Sie nicht verkennen, in welchem Umfang gerade Senioren durch ehrenamtlichen Tätigkeiten zum Gemeinwohl und zur positiven Entwicklung  in unserer Stadt beitragen. Ihre Gruppe wird sich ziemlich anstrengen müssen, um nach Ihren Aussagen Vertrauen bei der älteren Bevölkerung wieder zu erlangen."

Mit freundlichen Grüßen

Claus Bischoff

Mitglied der Sprechergruppe des Seniorenrates Barsinghausen

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Leserbriefe geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich sinnwahrende Kürzungen vor. Nicht alle Zuschriften können veröffentlicht werden.

bri, 16.09.2016, 15:22
Redakteure CON

Kommentare

Die Kritische - , 18.09.16 12:52:
Die Anmerkungen von Herrn Bischoff kann ich nur dick unterstreichen. Auch wenn Herr Reich die Meinung vertritt, der Rat entwickelt sich zum "Senioren- und Beamtenverein", so hätte er dazu beitragen können, dieses zu ändern bzw. zu verhindern. Und Herr Bischoff macht zu Recht darauf aufmerksam, dass eine große Anzahl von Seniorinnen und Senioren ehrenamtlich! soziale, kulturelle und sportliche Tätigkeiten ausüben. Aber selbst wenn der Rat ein "Senioren- und Beamtenverein" wäre, (ist?) so kümmert er sich um alle Bürgerinnen und Bürger. Kandidieren, das Mandat nicht annehmen, ist eine Ohrfeige für alle, die Herrn Reich gewählt haben. So, Herr Reich, macht man keine Politik und so verändert man auch nichts!

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