Ende des Falkenkellers als Chance

Barsinghausen. 

Zu unserem Artikel "Nach 22 Jahren schließt der Falkenkeller" vom 25. Juni erreichte uns jetzt ein Leserbrief:

"Wie konnte es zu diesem gesundheitsgefährdenden Zustand im Keller der Wilhelm-Stedler-Schule (WSS) kommen? Kann sich der vorhandene Schimmel an/in den Wänden womöglich noch weiter entwickeln?
Die Stadt Barsinghausen ist nach meinem Kenntnisstand Eigentümerin des gesamten Gebäudes und Geländes und somit verantwortlich. Es kann ja erwartet werden, dass die Stadtverwaltung ihren Aufgaben nachkommt, so dass keine weiteren Schäden entstehen und insbesondere die Kinder in dieser Schule nach dem Ferienende nicht irgendwelchen Gesundheitsgefährdungen ausgesetzt werden.

Liegt damit ein Grund vor, die WSS jetzt doch schneller abzureißen als von einigen Politiker in der Stadt gewünscht, um nun Platz zu schaffen für ein fortschrittliches Projekt: nämlich eine „Inklusive Schule“ mit integrierter Stadtbibliothek und einem Raum als Treffpunkt für die Menschen an diesem Platz? Damit könnte sogar eine kleine Toilettenanlage für die Besucher in unserer Stadt hier eingeplant werden, denn eine solche Anlage fehlt schon lange für das Zentrum, insbesondere auch für die Menschen mit Behinderungen!
Durch diese widrigen Umstände im Keller dieses Schulgebäudes ist dafür vielleicht eine gute Ausgangslage entstanden, denn so könnte doch der schon vorliegende grundsätzliche Beschluss des Rates der Stadt vom 11. Dezember 2014 umgesetzt werden und damit ein wichtiger Schritt für den Neubau der Grundschule an diesem Standort endlich eingeleitet werden.
Bisher wurde das Verfahren für den Neubau der WSS vom Bürgermeister und von der Stadtverwaltung sowie Teilen der politischen Parteien im Laufe des Jahres immer wieder blockiert – wer die Sitzungen in den entsprechenden Ausschüssen und im Rat der Stadt verfolgt hat, dem ist das nicht verborgen geblieben. So hätte der jetzt bestehende gesundheitsgefährdende Zustand des vorhandenen Gebäudes ja wenigstens noch einen Sinn!

Und nicht unerwähnt darf bleiben - damit liegt nun ein weiteres Problem auf der Hand: Wo bleiben eigentlich die Planungen für eine weitere offene Jugendarbeit in Barsinghausen? Dazu möchte ich nun nach dem Ende des Falkenkellers gern etwas hören von Herrn Bürgermeister Lahmann, von den zuständigen Personen in der Stadtverwaltung und – es ist ja bald Kommunalwahl – auch von den Kandidaten für den Rat der Stadt. Vielleicht gibt es ja sogar einige Jugendliche in unserer Stadt, die sich für ein Jugendparlament interessieren? Die Jugendlichen aus Nachbarkommunen geben uns insoweit gute Beispiele – allerdings: auch dieses Projekt müsste natürlich von den hiesigen Ratsmitgliedern offensiv unterstützt und dürfte nicht blockiert werden. Ich meine: das ist eine sinnvolle Aufgabe für den künftigen Rat! Damit könnte auch in Barsinghausen künftig vielleicht wieder ein Gremium vorhanden sein, das sich für einen neuen „Jugendkeller“ einsetzen und natürlich bei weiteren jugendpolitischen Aufgaben beteiligt werden könnte.

Hannelore Heidecke (Mitglied von Bündnis 90 / Die Grünen, außerdem beratendes Mitglied im Sozial- und Jugendausschuss sowie im Schulausschuss, Behindertenbeauftragte für die Stadt Barsinghausen)"

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Leserbriefe geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich sinnwahrende Kürzungen vor. Nicht alle Zuschriften können veröffentlicht werden.

red, 28.06.2016, 09:19
Redakteure CON

Kommentare

FrankMues - , 29.06.16 08:23:
Bravo, ein echter Grünenkommentar. Autonome Jugendliche lassen von der Stadt zur Verfügung gestellte Räume verwahrlosen, und darin sieht man nun die Chance, unbezahlbare grüne Wunschvorstellungen und Maximalforderungen zügig umzusetzen. Und natürlich müssen die eigentlichen Verursacher auch schnellstmöglich neue Räume bekommen. Etwa als Belohnung dafür, das sie die "besten Voraussetzungen" für einen Neubau geschaffen haben?

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