Falkenkeller schließt mit einer Abschiedsfeier

Barsinghausen. 

Mit einer öffentlichen Abschiedsfeier im Kreis von Unterstützern des Falkenkellers wird das Projekt des unabhängigen Jugendraums durch ehemalige Nutzerinnen und Nutzern am samstag, 25. Juni, beendet. Bei Kaffee und Kuchen, Musik, Redebeiträgen und einer Ausstellung zur Geschichte des Falkenkellers ziehen jene, die den Falkenkeller betrieben, einen vorläufigen Schlussstrich unter ein langes Kapitel alternativen und bunten Lebens in Barsinghausen. Viele haben über die Jahre das Projekt Falkenkeller unterstützt. Auch bei ihnen soll sich bei diesem Anlass bedankt werden.

„Ehemalige Besucher des Falkenkellers wohnen heute in aller Welt. Manche reisen von weiter weg an, um dem Falkenkeller „Salut!“ zu sagen an. Diejenigen, die „übrig“ geblieben sind, schließen am 25. Juni gemeinsam die Türen des Falkenkellers“, sagt Hanno Bruchmann vom ehemaligen Team des Falkenkellers. Fünf Generationen Jugendlicher hätten Barsinghausen bunter und lebenswerter gemacht. Der Kellerraum unter der Wilhelm-Stedtler-Schule war zunächst von Jusos als Abstellraum genutzt worden. Eine Gruppe Jugendlicher hatte eine bessere Verwendung, so Bruchmann: Sie bauten ab 1992 einen unabhängigen Jugendtreff auf und eröffneten den Falkenkeller am 24. Juli 1994. „Ein Schritt, der 22 Jahre lang Jugendlichen in Barsinghausen kollektive Selbstorganisation, Kultur, Bildung und politische Aktivitäten ermöglichte“, erinnert Bruchmann. Der Falkenkeller habe Bekanntheit erlangt und Jugendliche aus der ganzen Region angezogen. Seminare, Konzerte, Rock im Grass, Ferienpassaktionen, Sport, Antifa-Treffen, Lan-Parties, Kino-Abende und die regelmäßigen Thekenabende, seien zu Institutionen geworden. „Die seit 1995 andauernden Übergriffe durch Neonazis und auch die Schikanen der Stadtverwaltung waren irgendwann einfach zu viele Steine, die einer selbstorganisierten Jugendarbeit in den Weg gelegt wurden“, erklärt Bruchmann. CDU-Bürgermeister Marc Lahmann habe bis zuletzt jegliche Unterstützung verweigert. Bruchmann ist sich sicher: „In Form rechter Anschläge, einer umtriebigen AfD und der Stimmungsmache gegen Flüchtlinge wird Barsinghausen die „Leerstelle“ Falkenkeller nachhaltig spüren“, betont er.

bri, 23.06.2016, 13:45
Redakteure CON

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