Festausschuss 800 Jahre Egestorf gestaltet Plattenkiste

v.l. Michael Thürnau, Klaus D. Richter, Günter Göing und Klaus Delto

Egestorf. 

Viel zu erzählen gab es in der Sendung „Plattenkiste“ bei NDR 1 Niedersachsen.
Am 6. Oktober zwischen 12 und 13 Uhr begrüßte Moderator Michael Thürnau eine reine Herrenrunde - er sprach mit Klaus D. Richter, Günter Göing und Klaus Delto über die Arbeit des Festausschusses 800 Jahre Egestorf.

Klaus D. Richter war mal Bürgermeister in Barsinghausen, dazu gehört auch Egestorf. Einst wurde hier Kohle abgebaut, so wurde auch schon früh per Eisenbahn die Kohle nach Linden "exportiert", also ins heutige Hannover, erklärt Richter. Von Egestorf aus ist es nicht weit in den Deister - innerhalb von einer halben Stunde kann der Nordmannsturm erreicht sein. Auch viele Jogger nutzen den nahen Deister bei ihren Runden. In diesem Jahr wird nun das Jubiläum gefeiert. Schon beim Neujahrsempfang waren mehr als 600 Leute da, und auch die anderen Veranstaltungen zur 800 Jahr-Feier waren sehr gut besucht.

Egestorf hat Verbindungen nach Australien und Argentinien, erzählt Klaus Delto. Ausgewanderte Egestorfer halten den Kontakt zur alten Heimat. Auch die Egestorfer Fahne weht so überall. Über das Internet halten sie diese Kontakte. Sogar in der deutschen Botschaft in Argentinien liegt die Festschrift der Egestorfer aus - wie die allerdings dahin gekommen ist, bleibt ein Rätsel - bisher.

Das wichtigste Fest zum Jubiläum kommt aber noch: am 15. und 16. Oktober wird beim Oktoberfest zünftig gefeiert. Seit bereits zwei Jahren wird das vorbereitet. Der Musikzug der Feuerwehr wird aufspielen, eine Live-Kapelle kommt - und einige wenige Karten gibt es noch, erzählt Günter Göing. Er würde sich besonders freuen, wenn die Gäste in Lederhosen und Dirndl kommen. Das muss aber nicht sein. Am Sonntag beginnt nach dem Gottesdienst das Katerfrühstück mit dem traditionellen Pfund Mett.

Zum Ende der Sendung ging es um von Michael Thürnau so genannte Schulturmuhr-Affäre. Alle Viertelstunde schlug die Uhr der Schule und auch zur vollen Stunde. Alle Egestorfer waren daran gewöhnt - glaubte man. Doch dann kam eine Beschwerde, und die Stadtverwaltung entschied, die Glockenschläge auszustellen. Vielleicht fällt es ja nicht auf, meinte man. Doch viele verließen sich auf das mehr als 100-jährige Wahrzeichen, das sogar älter ist als die Kirche. Beschwerden selbst der Lehrer und Anwohner gingen ein: Es fehlt etwas. Inzwischen haben die Egestorfer eine Unterschriftenaktion gestartet. Beim Herbstmarkt auf dem Schulhof hatte die Aktion regen Zulauf. Eine deutliche Mehrheit sprach sich für das Schlagen der Schulturmuhr aus. Die Aktion läuft noch bis Mitte Oktober. Danach wird eine Lösung gesucht - und vielleicht die Uhr wieder angestellt. Möglicherweise kann sie künftig elektronisch gesteuert werden und dann entsprechend geschaltet werden, so dass alle damit zufrieden sind, hoffen die Gäste.

Für die Chronik in 100 Jahren wird schon gesammelt, schmunzelt Klaus D. Richter. Die Grundschule wird gut besucht, so denkt er, dass der Ort lebendig bleiben wird. In 100 Jahren treffen wir uns wieder zur Plattenkiste, scherzt Michael Thürnau - und seine Gäste wollen dann auch gern wieder kommen.

red, 09.10.2016, 05:29
Redakteure CON

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