ICE-Trasse: 300 Gegner demonstrieren gegen Baupläne

Betroffene aus mehreren Städten demonstrierten gegen die Pläne.Gerald Schroth von der BI Munzel kritisierte die veralteten Pläne.Barsinghausens Bürgermeister Marc Lahmann sieht die Entwicklung der Stadt gefährdet.

Groß Munzel / Region. 

Rund 300 Bürger haben gegen den geplanten Bahntrassenbau demonstriert. Aufgerufen zu der Demo auf der Deponiestraße in Groß Munzel hatte das Bündnis der Bürgerinitiativen BIGTAB e.V. (Bürgerinitiative gegen den trassenfernen Ausbau der Bahn in Schaumburg, Minden und Porta Westfalica),Bürgerinitiative SGM Nenndorf –Mit Masse gegen Trasse, Bürgerinitiative für den ländlichen Raum Munzel e.V. und die Bürgerinitiative Seelze gegen neue Bahntrassen. „Wir wollen den Politikern noch einmal deutlich machen, wie wichtig es ist, sich gegen die veralteten Pläne zu wehren“, sagte Gerald Schroth von der Bürgerinitiative für den ländlichen Raum Munzel. Niemand wolle dem Fortschritt im Wege stehen. „Trotzdem muss die Verhältnismäßigkeit beachtet werden“, so Schroth. Der Bereich um Groß Munzel sei bereits sehr belastet durch die A2, die Windkraftanlagen, die Deponie und die Luftstraße zum Flughafen Langenhagen. „Und jetzt macht man sich Gedanken, wie man ein weiteres Luxusproblem lösen kann“, kritisierte schroth. Acht Minuten Zeitersparnis seien kein Grund für die erhebliche Belastung durch einen Trassenneubau.

Auch Bürgermeister Marc Lahmann sprach sich erneut gegen die Pläne aus. „Die Trasse würde unser Trinkwassergewinnungsgebiet erheblich belasten“, so Lahmann. Außerdem stehen die Pläne auch der Entwicklung der Stadt entgegen.

Ein wesentliches Ziel des Bundesverkehrswegeplanes 2030 für den Bereich Hannover-Bielefeld ist eine neue ICE-Trasse für Geschwindigkeiten bis 230 Stundenkilometer zu bauen, um eine Zeiteinsparung von rund acht Minuten zu erreichen. „Um dieses Ziel als nachhaltiges Kriterium zur Entscheidung für diese ABS / NBS zu untermauern, haben sich die Planer weit aus dem Fester gelegt, und zwar auf der Basis völlig veralteter Daten und Landkarten“ so das Bündnis. Bereits in mehreren Stellungnahmen habe das Bündnis nachgewiesen, dass diese Ziele unrealistisch sind und zu Gunsten des geplanten Deutschlandtaktes schön gerechnet werden. „Dass durch die Maßnahmen Städte ihre Entwicklungspotentiale verlieren, Naherholungsgebiete kaputt gemacht werden, damit Regenerationsmöglichkeiten für Mensch, Flora, Fauna und Habitate vernichtet werden, müsste mittlerweile allen bekannt sein und wird in vielen Fällen auch die Lebensräume der verantwortlichen Politiker und Entscheider berühren“, erklärten die Mitglieder des Bündnisses weiter.




bri, 18.06.2016, 14:35
Redakteure CON

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