Kommunalwahl: Sollen weitere Gewerbeflächen ausgewiesen werden?

Gewerbeflächen in der Region Hannover. Foto: Region Hannover

Barsinghausen. 

Die künftigen Ratsfraktionen werden sich in den nächsten Jahren mit der Gewerbeentwicklung in der Stadt beschäftigen müssen. CON hat nachgefragt:

"Sollten im Stadtgebiet weitere Gewerbeflächen ausgewiesen werden? Wenn ja, wo?"

SPD: Das Calenberger Land hat hervorragende Böden, die vorrangig der Landwirtschaft dienen sollen. Es ist daher sehr sorgsam mit dem Gut Boden umzugehen. Dennoch ist es auch in Zukunft unerlässlich, Flächen für die Gewerbeansiedlung auszuweisen, um weitere Arbeitsplätze zu schaffen und zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen zu zielen. Größere Flächen für die Gewerbeansiedlung in Groß Munzel und am Obi-Kreisel befinden sich bereits in der Planung. Die an der Entlastungsstraße einschließlich Schacht IV bereits vorhandenen Gewerbegebiete können erweitert werden. Da die Belastung der Bevölkerung durch Verkehr und Lärm in vielen Ortsteilen bereits jetzt sehr hoch ist, wird die Verkehrsanbindung dieser Gebiete kritisch zu prüfen sein.

CDU: Die Ansiedlung von Gewerbe bedeutet für die Stadt Barsinghausen Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen. Für beides haben wir noch Spielraum nach oben. Ein Gewerbebetrieb mit Arbeitsplätzen ist uns wichtiger, als eine Windkraftanlage. Die angedachten Flächen zwischen Groß Munzel und Holtensen sowie am Calenberger Kreisel, müssen schnell entwickelt werden. Durch die weitere Ansiedlung von Gewerbebetrieben erhalten wir bessere Möglichkeiten unsere wichtigen Projekte, auch die im sozialen Bereich, im Stadtgebiet Barsinghausens zu finanzieren.

Bündnis 90/Die Grünen: Gewerbesteuereinnahmen sind wichtig für den Haushalt unserer Stadt. Es sollten Flächen für potentielle Nachfragen vorhanden sein; mit der Änderung des Flächennutzungsplanes hat der Rat hierfür Voraussetzungen am Calenberger Kreisel geschaffen.

Aktiv für Barsinghausen Wählergemeinschaft (AfB): Obwohl sich die städtischen Finanzen erholt haben, hat Barsinghausen immer noch unterdurchschnittliche Gewerbesteuereinnahmen. Daher gilt ein klares "Ja" zur Ausweisung neuer Gewerbeflächen unter größtmöglicher Beachtung von Umwelt- und Naturschutz. Planungen in Groß Munzel und an der Entlastungsstraße sollen weiter verfolgt werden. Bestehende Naturschutzgesetze dürfen jedoch nicht ausgehöhlt werden!

Die Bestandspflege bestehenden Gewerbes muss verstärkt werden! Dazu bedarf es klarer Zuweisungen in der Verwaltung und Umstrukturierungen durch den absehbaren Wegfall der Stadtentwicklungsgesellschaft.

FDP: Barsinghausen benötigt Betriebe, die Ausbildungs- und Arbeitsplätze bereitstellen. Barsinghausen ist auf steigende Gewerbesteuereinnahmen angewiesen. Aus diesem Grund müssen weitere Gewerbeflächen ausgewiesen werden. Im Norden der Kernstadt wird das gemacht. Aber das ist noch zu wenig.

Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG): Die Innenstadt braucht unbedingt eine Lösung um das Citycenter herum. Hier hat man sich jahrelang hinhalten lassen mit dem Erfolg, dass das Modehaus Widdel nun ebenfalls schließt. Fläche ist genug da, sie wird nur nicht optimal genutzt. Die Fläche des ehemaligen Autohauses Bühre liegt jahrelang brach, die Nutzung der Fläche des Autohauses Senne ist ebenfalls nicht mehr zeitgemäß. Es fehlt in der Innenstadt oder innenstadtnah ein hochwertiger Vollsortimenter wie EDEKA.

Alternative für Deutschland (AfD): Am Calenberger Kreisel sind Gewerbebaugebiete ausgewiesen. Ansiedlungswillige Gewerbetreibende warten auf die Auflassung. Ob die Bauaufsicht alle Gewerbe genehmigen wird, hängt vom B-Plan ab.

Ebenfalls ist in Groß Munzel ein großes Gewerbebaugebiet in der Planung und nahezu genehmigt. Die Region sperrt sich gegen weitere Gebietsausweisungen wegen des Vogelrastgebietes (Kiebitze sind ausgewandert) und Kapazitätsausweitungsüberlegungen von Repoweringwindkraftanlagen.

In Bantorf Nord wird es sicherlich nicht zum Bau der Laveranawerke kommen, da der Inhaber in Ronnenberg kräftig investiert und das acht Hektar große Baugrundstück als Spekulationsobjekt betrachtet. Die 390.000 Euro Subventions-VE kann aus dem Haushalt gestrichen werden.

bri, 09.09.2016, 17:28
Redakteure CON

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