Nach 22 Jahren schließt der Falkenkeller

Vor der Wilhelm-Stedler-Schule trafen sich Unterstützer und ehemalige Nutzer des Falkenkellers.Auf Stelltafeln wurde die Geschichte des Falkenkellers dokumentiert.

Barsinghausen. 

Nach nun mehr 22 Jahren ist der Falkenkeller seit heute Geschichte. Bevor der Jugendraum geschlossen wurde, trafen sich rund 50 ehemalige Nutzer sowie Unterstützer, um an die Geschichte des autonom betriebenen Raumes im Keller der Wilhelm-Stedler-Schule (WSS) zu erinnern. Hanno Bruchmann und Lea Steinert hatten eine Ausstellung über 22 Jahre Falkenkeller organisiert. Vor dem Jugendraum wurde ein Büfett aufgestellt.

Die Redner erinnerten an die vergangenen zwei Jahrzehnte, in denen aus einem als Abstellraum genutzten Raum im Keller der WSS ein autonom geführter Jugendraum wurde. Politische Diskussionen, Spiele- oder Filmabende sowie Konzerte wie auch „Rock im Grass“ wurden von den Jugendlichen organisiert. Jedoch habe es immer wieder Übergriffe von Personen der rechten Szene gegeben, so Hanno Bruchmann vom ehemaligen Thekenteam.

2013 wurden die Falken Hannover Betreiber des Jugendkellers. In dieser Zeit entstand im Falkenkeller die Idee, das Bündnis „Barsinghausen ist bunt“ zu gründen. „Wir hatten das Gefühl, es ist an der Zeit, dass wir uns klar positionieren“, berichtete Sybille Bruchmann-Busse. Seitdem macht sich das Bündnis stark gegen Ausgrenzung und rechte Gewalt.

Jugendliche waren allerdings immer weniger zu motivieren, den Falkenkeller mit Leben zu füllen. „Es gab noch zwei Feiern im Jahr, aber die regelmäßigen Öffnungszeiten in der Woche wurden nicht mehr angeboten“, berichtete Robin Behrens, Vorstandsmitglied der Falken Hannover. Da sich schließlich auch kein Ansprechpartner mehr fand und bekannt wurde, dass die Wilhelm-Stedler-Schule abgerissen werden soll, hätten sich die Falken schließlich entschlossen, den Vertrag mit der Stadt zu kündigen. „Sollte sich Jugendliche wieder organisieren, um einen autonomen Jugendkeller zu öffnen, sind wir bereit, als Betreiber einzutreten“, erklärte Behrens.

Dass sich in den letzten Monaten niemand um die Räume gekümmert hatte, wurde heute Vormittag deutlich. Damit der Falkenkeller betreten werden konnte, mussten erst einmal acht, noch geschmückte, Tannenbäume aus dem Raum geholt werden. Offenbar hatten die Verwaltung oder die IG Weihnachtsdorf die aus der Innenstadt abtransportierten Tannenbäume im Falkenkeller gelagert und dann sechs Monate lang vergessen.

bri, 25.06.2016, 23:37
Redakteure CON

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