Pro Beruf: Stadt soll 52.000 Euro übernehmen

Bereits im Juni hatte es ein Gespräch der FDP mit den Leitern der betroffenen Schulen gegeben.

Barsinghausen. 

Der Zusammenarbeit der weiterführenden Schulen mit „pro Beruf“ droht das Aus. Hatte bisher das Land gemeinsam mit der Agentur für Arbeit die Kosten verschiedener Projekte für die Begleitung der Jugendlichen von der Schule in den Beruf übernommen, so werden ab dem kommenden Jahr aus diesem Topf Schulsozialarbeiterstellen finanziert. Damit bleibt kein Geld mehr für das Berufsorientierungsprogramm. In seiner letzten Sitzung hatte sich der Rat der Stadt Barsinghausen bereits mit dem Thema beschäftigt (CON berichtete). Die Fraktionen konnten sich nicht auf eine Entscheidung bei der Kostenübernahme einigen. Sie stimmten dafür, die Angelegenheit in den Fachausschüssen zu diskutieren und dann in der Ratssitzung im August zu entscheiden. Zu der Sitzung wird Bürgermeister Marc Lahmann den Regionspräsidenten oder die Schulministerin einladen.

Die FDP hat jetzt erneut einen Antrag zur Kostenübernahme durch die Stadt eingereicht. Barsinghausen ist unvermittelt und besonders betroffen, da wir keine städtischen Schulsozialarbeiter beschäftigen und somit auch keine ab sofort übernehmen können“ erklärte Fraktionsvorsitzender Bernhard Klockow. Seines Erachtens könnten frühestens 2018 Stellen für diese Arbeit in Barsinghausen besetzt werden. „Damit könnte aber nicht an die gerade hier besonders erfolgreiche Arbeit der Mitarbeiterinnen von Pro Beruf angeknüpft werden“ so Klockow.


Hier der Antrag der FDP:


Antrag für die Beschlussfassungen in den Fachausschüssen SchulA und SteuerA

sowie dem VA und dem Rat


Der Rat der Stadt Barsinghausen beschließt, für die Haushaltsjahre 2017und 2018 jeweils bis

zu 52.000€ für die Gegenfinanzierung der Fortsetzung des Hauptschulprofilierungsprogramms

bereitzustellen. Damit soll sichergestellt werde, dass die Expertinnen der Fa. „Pro

Beruf“ - auch nach der Streichung der Landesmittel zum Ende diesen Jahres - das sehr

erfolgreiche Konzept für die Begleitung der Schüler und Schülerinnen der KGS, der BBS und

der LTS für den Übergang von der Schule in den Beruf in Barsinghausen weiter fortsetzen

können. Die Verwaltung wird aufgefordert die entsprechenden Finanzierungsmittel in die

jeweiligen Haushalte einzustellen und die erforderlichen Verhandlungen mit der Fa. „Pro

Beruf“ aufzunehmen,

BEGRÜNDUNG

Ab August diesen Jahres fühlt sich die Landesregierung für die Beschäftigung von

Schulsozialarbeitern zuständig. Es sollen insgesamt 167 Stellen landesweit geschaffen werden.

Bisher tätige Schulsozialarbeiter, finanziert von den Kommunen, sollen vorrangig

übernommen werden. Das ist die gute Meldung!

Leider wird für die Gegenfinanzierung auch das Hauptschulprofilierungsprogramm

gestrichen, das bisher anteilig von der Agentur für Arbeit und dem Land finanziert worden

ist. Da die Stadt Barsinghausen aber keine Schulsozialarbeiter beschäftigt, werden unsere

Schulen leer ausgehen. Schlimmer noch: Bis zum Jahresende werden die Landeszuschüsse in

jährlicher Höhe von 52.000€ ersatzlos gestrichen. Dies bedeutet, dass der Vertrag mit der

beauftragten Fa. „Pro Beruf“ gekündigt werden muss. Insbesondere KGS, LTS und BBS sind

davon betroffen. Das Konzept von Pro Beruf ist seit 14 Jahren sehr erfolgreich, Jugendliche in

eine Ausbildung zu vermitteln. Da das Land leider der Stadt Barsinghausen in dieser

besonderen Situation nicht entgegenkommt (s. Brief des Kultusministeriums vom 11.7. ), muss

die Stadt Barsinghausen trotz leerer Kassen hier zunächst für die nächsten zwei Jahre die

Gegenfinanzierung sichern. Anders kann die dramatische Situation z.Z. nicht gelöst werden.

Die Fa. „Pro Beruf“ kann für einen zweijährigen Förderzeitraum für diese Massnahme Mittel

bei der Agentur für Arbeit beantragen. Allein die Gegenfinanzierung wird nun statt vom

Land nun von Stadt übernommen – in der Hoffnung, in der dann zur Verfügung stehenden

Zeit vom Land bei der Verteilung von Stellen vielleicht ab Ende 2018 oder später

berücksichtigt zu werden.

Noch im August muss der Rat einen Beschluss fassen, damit die Stadt einerseits mit der Fa.

„Pro Beruf“ einen Vertrag schließen und diese dann bei der Agentur für Arbeit die

erforderlichen Projektmittel beantragen kann.

Aus diesem Grund wird beschlossen, für die folgenden zwei Haushaltsjahre jeweils 52.000€

für die Gegenfinanzierung des Projektes Pro Beruf in die Haushalte einzustellen.

bri, 25.07.2016, 12:28
Redakteure CON

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