Robras Weggang: Bedauern bei den Fraktionen

Erster Stadtrat Georg Robra verlässt Barsinghausen zum 30. September.

Barsinghausen. 

Überrascht haben die Ratspolitiker auf den Weggang des Ersten Stadtrats, Georg Robra, zum 30. September reagiert. Schriftlich gaben sie folgende Stellungnahmen ab:

Reinhard Dobelmann, Vorsitzender der SPD Barsinghausen, teilte mit:

 

"Als Dr. Robra nach seiner Wahl zum Ersten Stadtrat sein Amt im Rathaus antrat, waren die Erwartungen groß, dass er aufgrund seiner Qualifikation in dem ihm übertragenen Aufgabenbereich neue Akzente setzen werde. Nun geht seine achtjährige Amtszeit überraschend schon nach nur eineinhalb Jahren zu Ende. In dieser Zeit hat er Anstöße und Anregungen gegeben und Einiges auf den Weg gebracht. Aufgrund seiner rhetorischen Fähigkeiten und seiner Präsenz hat er es verstanden, Menschen für seine Ideen und Ziele zu gewinnen. Vor allem ist es ihm und seinen Mitarbeitern gelungen, für die große Zahl der Asylbewerber in Barsinghausen Unterkünfte bereitzustellen und für ein Klima des Willkommens zu werben. Kritisch ist aber auch anzumerken, dass er Barsinghausen, wo ihm viel Vertrauen und große Sympathien entgegengebracht wurden, in einer Zeit verlässt, in der die Personalsituation ohnehin schon durch viele Weggänge angespannt ist. Für das neue Amt als Erster Beigeordneter in Rheda-Wiedenbrück wünschen wir ihm viel Erfolg. Ferner bleibt zu hoffen, dass er dort trotz dieses anspruchsvollen Amtes in Zukunft mehr Zeit für seine Kinder finden wird.

Insgesamt benötigt die Stadt ein nachhaltiges Personalmanagement, mit dem es gelingt, qualifiziertes Personal zu halten und zu gewinnen. Verwaltung ist kein Selbstzweck, sondern hat dafür zu sorgen, dass die Anliegen der Bevölkerung und der Wirtschaftsbetriebe schnell, kompetent und freundlich bearbeitet werden. Gegenwärtig wird dieses Ziel nicht immer erreicht! Die verschiedenen Prioritätenlisten in der Gebäudewirtschaft oder insbesondere in der Bauverwaltung dienen ausschließlich dazu, Maßnahmen zu verschieben. Bürgerversammlungen lassen mitunter Wünsche nach Bürgerfreundlichkeit offen. In ein Personalkonzept gehört auch die Stelle des Ersten Stadtrats oder noch besser der Ersten Stadträtin als Vertreter/ Vertreterin des Bürgermeisters innerhalb der Verwaltung mit wichtigen Leitungsfunktionen z.B. im den Bereichen Soziales, Schule, Kindergärten oder Feuerwehr. Auch bei der Besetzung dieser Stelle gilt: Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit."

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Gerald Schroth, CDU-Stadtverbandsvorsitzender, teilte mit:

"Mit dem Weggang von Herr Dr. Georg Robra verliert Barsinghausen einen sehr guten Stadtrat. Die von Herrn Dr. Robra vorgebrachten privaten Gründe sind nachvollziehbar. Die CDU bedauert aber die Entscheidung von Herrn Dr. Georg Robra.

Neben seiner fachlichen Kompetenz, konnte sich Herr Dr. Robra in schwierige und teils strittige Themen hervorragend einarbeiten und trug maßgeblich zur Lösungsfindung bei.

Das sich die CDU Forderung nach Fachkompetenz vor Parteienproporz bei der Wahl des Stadtrats durchgesetzt hat, war genau die richtige Entscheidung für Barsinghausen. Im aktuellen Koalitionsvertrag von Rot-Grün steht noch das Vorschlagsrecht für die Grünen.

 

Wenn sich die wesentlichen Fraktionen in der Grundeinstellung, Fachkompetenz vor Parteienproporz, einig sind, könnte man sicherlich auf die Einschaltung einer Personalagentur verzichten. Andernfalls sollte man wieder den CDU Vorschlag aufgreifen und eine Personalagentur einschalten.

Die Stadtverwaltung braucht eine verlässliche Führung. Die letzten 1 ½ Jahre haben gezeigt, dass die aktuelle Führungsstruktur sich bewährt.

Der Vorschlag der UWG ist nicht bis zum Schluss durchdacht. Mit einem Verzicht auf die Stadtratsposition kann man maximal 1 ½ zusätzliche Stellen auf der Sachbearbeitungsebene schaffen. Dann müssen die Führungsaufgaben in den unterschiedlichen Themenbereichen auf die verbleibenden Führungspositionen aufgeteilt werden.

Da die Verwaltung unterschiedlichste Themenbereichen, wie z.B. Ordnung, Straßenbau, Kindergärten, Schule, usw. betreuen muss, werden wieder wesentliche Teile nicht bearbeitet oder unzureichend betreut. Damit ist weder den Bürgerinnen und Bürgern noch den Mitarbeitern der Stadtverwaltung gedient."

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Kerstin Beckmann, Fraktionsvorsitzende Aktiv für Barsinghausen, teilte mit:

„Aktiv für Barsinghausen bedauert sehr, dass die begonnene konzeptionelle Aufbauarbeit für die sozialen Bereiche unserer Stadt durch den überraschenden Weggang des dafür zuständigen Mitgliedes des Verwaltungsvorstandes, Georg Robra, wieder ins Stocken gerät. Sehr lange haben wir in diesem Bereich eine gestalterische Kraft vermisst, weil sich der Rat aus überwiegend parteipolitischen Motiven nicht auf eine geeignete Person einigen konnte. Es kam zur Beauftragung einer Personalberatungsfirma, um einen gesichtswahrenden Kompromiss zu erzielen. Wir hoffen sehr, dass sich dieses Drama zu Lasten der sozialen Aufgaben in unserer Stadt nicht wiederholt.

Aus unserer Sicht sollte die Stadt umgehend eine Ausschreibung mit weitgehend unverändertem Anforderungsprofil und Aufgabenbereich starten. Vor dem Hintergrund des sich im Herbst neu formierenden Rates halten wir die Einschaltung einer kostspieligen Beratungsfirma für entbehrlich. Wir sind, wie auch beim letzten Mal, bereit als Ratsfraktion selbst in die Verantwortung zu gehen, Kompromisse zu suchen und für eine funktionsfähige Verwaltungsspitze zu sorgen. Gerne würden wir eine Frau als erste Stadträtin sehen und würden die Bewerbung kompetenter Kandidatinnen begrüßen.

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Ulrike Westphal, Grünen-Fraktionsvorsitzende, teilte mit:

„Die Entscheidung von Herrn Dr. Robra zu seinem Weggang kann ich nachvollziehen und respektiere sie - gleichzeitig stellt sie einen großen Verlust für Barsinghausen dar. Selbstverständlich braucht eine Kommune der Größenordnung Barsinghausens einen Ersten Stadtrat - je nahtloser die Stelle wieder besetzt werden kann, um so besser. 

Über das Verfahren etc. werden wir in der Fraktion zur gegebenen Zeit beraten.“

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Bernhard Klockow, FDP-Fraktionsvorsitzender, teilte mit:

„Mit Bestürzung haben wir heute von unserem Bürgermeister, Marc Lahmann, die Mitteilung über den Weggang von Herrn Dr. Robra aufgenommen.

Herr Dr. Robra hat nach dem langen Gezerre der Rot/Grünen-Mehrheitsgruppe unserer Stadt und auch unserer politischen Kultur im Rat und den Ausschüssen sehr gut getan. Wir schätzen seine sachliche und unaufgeregte Art auch in schwierigen Sachverhalten immer eine möglichst einvernehmliche Entscheidung herbeizuführen. Mutig war der Ansatz, den Neubau der Wilhelm-Stedler-Schule noch einmal mit neuen Fakten in die Entscheidung zu geben. Leider sind die Rot/Grüne Gruppe nicht seinem sehr gut begründeten Vorschlag gefolgt, die WSS auf dem jetzigen Gelände der Bert-Brecht-Schule zu bauen.

Seine hohe Sach- und Managementkompetenz haben wir im Umgang mit der Unterbringung der uns zugewiesenen Flüchtlingskontingenten erfahren. Er und unser Bürgermeister haben hier mit der Verwaltung hervorragende Arbeit geleistet.

Natürlich respektieren wir seine Entscheidung – auch wenn diese viel früh kommt. Wir hatten mit einem solchen Schritt nicht vor Ende 2017 gerechnet.

Wie geht es weiter?

Es hat sich gezeigt, dass der Aufgabenzuschnitt zu breit und umfangreich ist. Hier gilt es nach den bisherigen Erfahrungen in der Verwaltung eine vernünftige Aufgabenteilung zwischen BM und 1. Stadtrat dem Rat vorzuschlagen.

Nach den guten Erfahrungen mit der Einschaltung einer Personalagentur bei der Besetzung der Posten des Geschäftsführers der Stadtwerke sowie des 1. Stadtrates tritt die FDP entschieden dafür ein, mit der Vorauswahl der qualifizierten Bewerberinnen und Bewerber wieder eine Personalagentur zu beauftragen. Damit kann das parteipolitische Gezerre offensichtlich reduziert werden. Zum Wohle der Stadt und einer leistungsfähigen Standverwaltung sind wir das unseren Bürgerinnen und Bürgern schuldig.

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Markus Neugebauer, UWG-Fraktionsvorsitzender, teilte mit:

„Kaum war er da, schon ist er weg. So etwas geht gar nicht. Die UWG hatte schon seit 2013 gefordert die Stelle des 1.Stadtrats nicht mehr zu besetzen, um der Stadt Geld einzusparen. Man kann es anderweitig und sinnvoller investieren. So schlugen wir beispielsweise vor, sachbearbeitendes Personal einzustellen. Mindestens vier Verwaltungs-Vollzeitkräfte anstatt eines Ersten Stadtrats hätte sicherlich mehr Wirkung für die Bürger gehabt als jetzt am Ende übrig bleibt.Die UWG wird eine Neubesetzung der bald vakanten Stelle ablehnen. Es kann nicht sein, dass durch eine erneute Suche nach einem Stadtrat wieder Geld verbrannt werden muss.  Für das Geld eines Ersten Stadtrats könnte man zukunftsweisend auch Personal planen, um als Stadt den Straßenausbau selbst zu leisten! Natürlich wird die Einfallslosigkeit wieder siegen, aber allein der Gedanke einen städtischen Eigenbau Betrieb für Straßenausbau, etc. zu schaffen, wäre vernünftig. Das ist auch ein Kernpunkt unseres Wahl-Programms. Selber machen spart nicht nur Geld, denn wer selber baut, spart schon allein an der Mehrwertsteuer. Zudem bedeutet es auch Unabhängigkeit von fremden Unternehmen und gleichzeitig Sicherheit der Fertigstellung. Am Ende spart es auch Nerven.  Bei einem Volumen von einer Million kann sich jeder selber ausrechnen, was unterm Strich allein an Mehrwertsteuer eingespart wird. Das allein wäre schon ein Schritt glaubwürdiger finanzieller Entlastung des Bürgers.“

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bri. 05.07.2016, 22:41

bri, 06.07.2016, 11:41
Redakteure CON

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