Romski Humanitarni Center zu Besuch in Goltern

Goltern. 

Vom 19. bis 29. August nahmen 13 Mitglieder der NGO „RHC – Romski Humanitarni Center“ in Bujanovac, Südserbien, an einem Seminarprogramm in Barsinghausen teil: „Lernen und Leben - Junge Menschen aus Europa treffen sich“.

Die Ökostation betreute diese Gruppe und ihre deutschen Partner. Ein vielfältiges Angebot überraschte die Teilnehmer, die teilweise noch nie im Ausland gewesen waren. Vom Kindergarten bis zur Uni – das breite Bildungsangebot in Deutschland wurde vorgestellt und Defizite in ihrer Heimatstadt Bujanovac (46.000 Einwohner) festgestellt. Besonders beeindruckt waren die Gäste von der durchgehenden Förderung junger Menschen zur Selbständigkeit, was ganz ausgeprägt im Astrid-Lindgren-Kindergarten in Kirchdorf beobachtet wurde.

Der Kontrast zur Situation zuhause – kein Kindergarten, nur Vorschule für die Sechsjährigen – hätte größer nicht sein können. Aber auch die IPad-Klassen an der OBS in Gehrden und die Fachwahlmöglichkeiten sowie das vielfältige Pausen– und AG-Angebot im Hannah-Arendt-Gymnasium beeindruckten die Gäste sehr. In ausgiebigen Diskussionen wurden die unterschiedlichen Zugangswege zur Bildung in Deutschland und Vorschläge zur Verbesserung der Situation zuhause erörtert.

Sehr beachtet wurde auch der Vortrag von Michael Barth vom Bau- und Planungsamt, der offiziell begrüßte und einen sehr lebendigen Eindruck von den Aufgaben einer Verwaltung und seiner eigenen Tätigkeit gab. Zur Geschichte der Roma und Sinti in Deutschland gehört auch der Deportationsort Ahlem, den die Gäste besichtigten, um danach die ganze Wahrheit des verbrecherischen NS-Regimes in der Gedenkstätte des KZ Bergen–Belsen zu erfahren. Begonnen hatte damals alles mit der systematischen Diskriminierung, über die auch heute noch geklagt wird. Im Roma-Büro in Hannover haben die Gäste vieles über aktuelle Hilfe und Unterstützung erfahren.

Barsinghausen mit dem Stadtfest, dem Schwimmbad und dem Besucherbergwerk waren Highlights des Freizeitprogramms. Ebenso wurden in Hannover das Rathaus mit dem Turm und die Altstadt erkundet. In Goltern belegte die Gruppe einen Seminarraum für ihre Workshops, hat aber auch die Disco mit Gesang, Schlagzeug und Gitarren genutzt. Obligatorisch war auch ein Grillabend mit Begleitern und Freunden.

"Wir von der Ökostation haben diese jungen Menschen gern betreut, bedanken uns beim Sozialministerium, das diese Maßnahme unterstützt hat und bei allen Helfern. Wir sind uns darüber bewusst, dass nur die nachhaltige Veränderung in deren Heimat soziale Gerechtigkeit bringen wird – sowohl die reichen Staaten als auch die Betroffenen selbst müssen jeweils ihren Beitrag dazu liefern", betonte Frank Roth von der Ökostation.

red, 01.09.2016, 11:34
Redakteure CON

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