TSV Kirchdorf: Unverständnis für die Vorwürfe von Horst Fabisch

Berthold KubanHorst Fabisch

Kirchdorf. 

Die finanziellen Schwierigkeiten des TSV Kirchdorf schlagen höhere Wellen, als der Lösung der Probleme zuträglich sein könnte. Mit Unverständnis reagierten der Kirchdorfer Anwalt Berthold Kuban – führt für den Verein die Verhandlungen mit den Gläubigern – und Vorstandssprecher Günter Hoff darauf, dass der ehemalige Vorsitzende Horst Fabisch an die Presse gegangen war. Hoff befürchtet, „dass jetzt schmutzige Wäsche gewaschen wird.“ 

Unrichtig ist der von Fabisch geäußerte Vorwurf, ihm sei am vergangenen Freitag während der Jahreshauptversammlung eine Stellungnahme verweigert worden.

In einer trotz der Brisanz der Situation überraschend ruhigen Atmosphäre hatte Fabisch mehrfach das Wort ergriffen. Weder von Sitzungspräsident Wolfgang Dannenberg noch von einem der übrigen Anwesenden wurde er in seiner Rede unterbrochen. Auf erklärende Worte warteten die Anwesenden dennoch vergeblich. Mit der Behauptung „der Verein gibt mehr aus, als er einnimmt“, macht es sich Fabisch sehr einfach. So hätte der Vorstand die Börke-Halle gerne schon in diesem Sommer aufgegeben, ein langfristiger Mietvertrag verhinderte dies jedoch. Unstrittig ist auch, dass seit Jahren verspätet Übungsleiter bezahlt oder Auslagen für den Sportbetrieb erstattet werden.

Schließlich war es Horst Fabisch, der eine Schadenersatzklage gegen die ehemalige Steuerberaterin anstrengte. Der von Kuban in der Versammlung bezifferte Streitwert beläuft sich auf 70.000 Euro. Diese Forderung trat seinerzeit Fabisch an die Firma Tellbau ab. Als Zustimmung zur Quotenregelung (siehe Fotos) verlangt Tellbau nun den Rückkauf dieses Anspruchs. Eine Kröte, die der TSV Kirchdorf schlucken muss, um die Insolvenz abzuwenden.

Richtig ist, dass Horst Fabisch während der Versammlung seine Zweifel anmeldete, dass der später beschlossene Sonderbeitrag gemäß Satzung möglich sei. Bei spitzfindiger Auslegung der Satzung mag er Recht haben, doch wenn Fabisch dies juristisch anfechten möchte, hilft das dem TSV Kirchdorf nicht. Ausgebuht wurde Fabisch übrigens nicht. Die Mitglieder waren sich vielmehr nahezu einig – es ist fünf vor zwölf und insofern müssen pragmatische Lösungen her.

Hoff räumt ein, dass eine Kontrollfunktion der übrigen Vorstandsmitglieder nicht wie erforderlich ausgeübt wurde. Ändern tue dies an der Situation allerdings nichts mehr. Sollten die Finanzprobleme gelöst werden, muss sich der Verein im Vorstand neu aufstellen. „Derzeit ist ein zehnköpfiger Arbeitskreis eingesetzt“, sagt Hoff. Dieses Gremium werde sich zu gegebener Zweit mit der Suche eines neuen Vorstandes beschäftigen.

uw, 02.11.2016, 06:29
Redakteure CON

Kommentare

FrankMues - , 02.11.16 08:52:
Was bedeutet bitte diese Aussage "Bei spitzfindiger Auslegung der Satzung mag er Recht haben, doch wenn Fabisch dies juristisch anfechten möchte, hilft das dem TSV Kirchdorf nicht"
Auf Deutsch: Wir machen gerade etwas falsch, aber bitte nicht anzeigen, ist ja für einen guten Zweck. Wenn das dem Rechtsverständnis des aktuellen Vorstands entspricht, sehe ich schwarz für den TSV Kirchdorf.
Die Kritische - , 02.11.16 13:41:
Bei allem Verständnis für beide Seiten: Diese Art der öffentlichen Auseinandersetzung und der persönlichen Kritiken ist weder der einen noch der anderen Seite dienlich. Fest steht: Der Verein ist hoch verschuldet - dafür ist der GESAMTE Vorstand verantwortlich! Wenn es den jetzt Handelnden ernsthaft darum geht, den Verein zu retten, dann sollten
sie sich auf das Wesentliche konzentrieren. Wortklaubereien helfen in dieser Situation nicht weiter. Es hilft aber auch nicht weiter, wenn die jetzt Handelnden ihre (vielleicht) Fehler unter den Teppich kehren. Manche Fehler lassen sich korrigieren!

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