"Tun wir genug, um Krieg zu vermeiden?"

Barsinghausen. 

„Frieden kann nur wachsen, wenn wir aufeinander zugehen“, betonten die Schülerinnen der KGS Goetheschule bei der Gedenkstunde anlässlich des Volkstrauertages. Die Geschichte sei ein Teil der heutigen Gesellschaft und dürfe nicht in Vergessenheit geraten. „Leider ist rechtes Gedankengut nicht nur Geschichte. Deshalb müssen wir uns immer wieder vor Augen führen, wie wichtig eine klare Positionierung für unsere Demokratie ist“, sagten die Schülerinnen. Auch Schülerinnen des Hannah-Arendt-Gymnasiums riefen dazu auf, sich für ein friedliches Miteinander und gegen Rechts einzusetzen. „Lassen Sie nicht zu, dass wir Deutschen uns von unserer Geschichte einholen lassen“, sagte sie zu den Teilnehmern der Gedenkstunde.

Bürgermeister Marc Lahmann kritisierte, dass rechtes Gedankengut offenbar salonfähig werde. „Es ist die kleinbürgerliche Enge und Geschichtsvergessenheit, die so etwas möglich machen“, so Lahmann. Dabei zeigten die Flüchtlingsströme, dass noch lange kein Frieden in der Welt herrsche. „Auf fünf von sieben Kontinenten gibt es bewaffnete Konflikte und wir müssen uns fragen, ob wir genug und auch das richtige tun, um Krieg zu vermeiden“, sagte Lahmann. Die Gesellschaft müsse sich auch fragen, wie sie damit umgehe, dass Bundeswehrsoldaten an Kriegseinsätzen beteiligt sind.

„Heute gedenken wir der Menschen, die nicht die Möglichkeit hatten, in Frieden zu leben und wehren uns gegen die Versuche der ewig gestrigen Neonazis, diesen Tag für sich zu instrumentalisieren“, sagte

Nach einer Schweigeminuten legten die Vertreter von Verwaltung und Politik sowie Barsinghäuser Vereinen und Feuerwehr Kränze am Ehrenmal nieder. Beendet wurde die Gedenkfeier mit dem Singen der Nationalhymne, die von der Vereinigten Sängerschaft angestimmt wurde.

bri, 13.11.2016, 13:32
Redakteure CON

Kommentare

C.Kern - , 14.11.16 19:31:
"Tun wir genug, um Krieg zu vermeiden?"
Die Frage, die sich mir dabei stellt: Sind wir denn nicht schon wieder mittendrin?
Warum müssen denn schon wieder deutsche Soldatinnen und Soldaten an der russischen Grenze in Litauen stehen? Wäre es gegenüber Russland und den 27 Millionen Toten, die wir dort hinterlassen haben, nicht geboten, innerhalb der NATO als Vermittler aufzutreten und nicht als Mitläufer.
Kriege werden mit Waffen ausgetragen, hier nimmt Deutschland als drittgrößter Waffenlieferant eine besondere heuchlerische Position ein.
Wir haben leider aus den zwei Weltkriegen nichts gelernt, das ist meine Einschätzung zum Volkstrauertag.
FoxTwoK - , 15.11.16 11:25:
Da muss ich C.Kern teilweise Recht geben, aber: es sind nicht WIR, sondern unsere Herren Politiker und sonstige Waffenschieber, die sich, die sich damit eine goldene Nase verdienen! Diesen Leuten sollte das Handwerk gelegt werden...
Meiner ansicht nach haben unsere Soldaten auch im Ausland absolut nichts zu suchen, solange das GG nicht geändert worden ist. Und es ist traurig, dass ja wohl deutsceh Soldaten in die Mündungen deutscher Waffen sehen müssen.

Benutzeranmeldung

Zum Kommentieren bitte anmelden
Anmelden

Kennwort vergessen?