Archäologie in Sichtweite der Margarethenkirche

Grabungsleiter Bernhard Thiemann und Nadine Gola legen ein Sandsteinfundament an der Kirchstraße frei.Der Bauplatz für das künftige Kirchhofquartier wird derzeit von Archäologen untersucht.

Gehrden. 

„Schon etwas Interessantes gefunden?“ Diese Frage hört Nadine Gola mehrfach am Tag von interessierten Gehrdenern, die in der Kirchstraße am künftigen Kirchhofquartier vorbeigehen und die archäologischen Arbeiten in der Stadtmitte verfolgen. Mit einem Spachtel legt Nadine Gola vorsichtig und Schicht für Schicht ein mächtiges Sandsteinfundament an der Kirchstraße frei. Erkennbar ist auch ein Fundament aus alten Backsteinen, vermutlich Reste der Grundstücksmauer am ehemaligen landwirtschaftlichen Hof Garbe. Grabungsleiter Bernhard Thiemann weist auf zwei kreisförmige dunkle Bodenverfärbungen hin. „Wahrscheinlich der Rand von zwei Gruben, die noch genauer untersucht werden müssen,“ so Bernhard Thiemann. Auf dem etwa 3.000 Quadratmeter großen Baugrundstück wurden bislang vier Teilflächen bis zu einer Tiefe von etwa 50 Zentimetern für archäologische Befundungen ausgehoben. Beim Bau des ehemaligen REWE-Marktes wurde das leicht abschüssige Gelände in Richtung Nedderntor offensichtlich großflächig begradigt, um eine ebenmäßige Fläche für den Markt und den Parkplatz zu schaffen. Mit dem Abtragen der Bodenschichten im Südteil des Grundstücks wurden damals die möglicherweise interessanten Bereiche aus heutiger Sicht der Archäologie zerstört. „Wir befinden uns aber in der Sichtweite zur Kirche und in der historischen Stadtmitte. Vielleicht finden wir noch interessante Befunde mit Rückschlüssen auf die Stadtgeschichte“, so Thiemann. Den zeitlichen Fortgang der Arbeiten kann er nicht einschätzen. Es kommt darauf an, ob archäologische Besonderheiten aufgespürt werden können.

we, 26.07.2016, 16:55
Redakteure CON

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