Bewegend: Ronen Themerson spricht das Kadisch auf dem jüdischen Friedhof

Gehrden. 

Einen besonders bewegenden Moment vermittelte Ronen Themerson, als der das Kadisch, das jüdische Totengebet, zwischen den Grabsteinen auf dem jüdischen Friedhof am Gehrdener Berg sprach. Ronen Thermerson gehört der liberalen jüdischen Gemeinde in Hannover an. Er kam durch Vermittlung von Grit Heeßel, die Verwandtschaft in Gehrden hat, zum Laubfegen mit den Konfirmanden von der Margarethenkirche auf den jüdischen Friedhof. „Für mich und unsere Konfirmanden war dies ein bewegendes Ereignis. So sprachen nicht nur die Grabsteine zu uns, sondern die Erinnerung wurde durch den Grabgesang und das Totengebet verstärkt“, gab Pastor Andreas Pöhlmann seine Empfindungen weiter.

Mit vierzehn Konfirmanden hatte er sich auf dem jüdischen Friedhof am Waldrand des Gehrdener Berges getroffen, um wie in jedem Jahr wieder das Laub zusammenzufegen und so ein Beitrag zum Erhalt des Friedhofes zu leisten. Unterstützt wurden die Jugendlichen wieder durch Sabine und Monika Berkefeld sowie Wilhelm Wilken vom Bauhof der Stadt Gehrden. Vor allem wurde der Weg, der am Feld der über 80 Gräber vorbeiführt, freigelegt. Das Laub wurde außerhalb des Friedhofes im Wald abgelegt. Pastor Andreas Pöhlmann ist es ein Anliegen, auf diese Weise mit dem Laubbesen in der Hand den Jugendlichen vom jüdischen Leben in Gehrden zu erzählen, das es bis in die 1930er Jahre in Gehrden gab. In den Jahren 1934 und 1935 sind mit dem Geschwisterpaar Heinemann und Johanna Goldschmidt die letzten Beisetzungen auf diesem Friedhof erfolgt.

we, 20.11.2016, 09:53
Redakteure CON

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