Bezahlbare Mietwohnungen fehlen

Setzen sich für bezahlbare Mietwohnungen in Gehrden ein: MdL Max Matthiesen (von links), Bürgermeister Cord Mittendorf und KSG-Geschäftsführer Karl-Heinz Range.

Gehrden. 

„Die Schaffung von bezahlbaren Mietwohnungen ist ein Problem. Die Nachfrage steigt, aber der sozialgebundene Wohnraum nimmt ab“, sagt Landtagsabgeordneter Max Matthiesen. Diese Ausgangssituation belegt er mit zwei Zahlen: In Niedersachsen sollen 978 Wohnungen mit Sozialbindung pro Jahr neugebaut werden, der Bedarf liegt aber bei rund 5.000 Wohnungen pro Jahr für Niedersachsen. Dabei ist die zusätzliche Nachfrage nach Wohnraum für Flüchtlingsfamilien noch nicht eingerechnet. Für Neubauten im sozialen Wohnungsbau können zwar zinslose Darlehen gewährt werden, aber diese Darlehen müssen zurückgezahlt werden. Außerdem gibt es Einschränkungen bei der Vermarktung der Wohnungen. „Die bisherigen Zuschüsse reichen nicht aus, um die erforderlichen Stückzahlen in absehbarer Zeit zu erreichen“, betont der CDU-Landespolitiker.

Karl-Heinz Range, Geschäftsführer der Kreissiedlungsgesellschaft Hannover (KSG), macht noch auf ein besonderes Problem in der Region Hannover aufmerksam. „Der Markt ist in der Region Hannover wesentlich verschärfter als in anderen Teilen von Niedersachsen. So liegen die Gestehungskosten in der Region Hannover um 700 bis 900 Euro für einen Quadratmeter Wohnfläche weitaus höher als in der Region um Oldenburg“, so Range. Eine andere Zahl sorgt für weiteres Nachdenken: Rund 25.000 Personen umfasst eine Datenbank der KSG Hannover, die eine Wohnung mit bezahlbarer Miete in und um Hannover suchen.

CDU-Landtagsabgeordneter Max Matthiesen und KSG-Geschäftsführer Karl-Heinz Range stellten jetzt im Gespräch mit Bürgermeister Cord Mittendorf und den Vorsitzenden aller Ratsfraktionen im Gehrdener Rathaus einen Vorschlag zur Verbesserung der Landesförderung zum sozialen Wohnungsbau vor. „Zu den bekannten Darlehensmodellen muss noch ein Zuschussprogramm hinzukommen, damit sich die Schaffung von bezahlbaren Wohnraum auch wirtschaftlich für den Investor, gerade unter den verschärften Vorgaben in der Region Hannover, rechnet“, so Range. Für die Wohnraumförderung könnten drei Finanzierungsschienen mit dem Förderprogramm der Landeshauptstadt Hannover, der Region Hannover und des Landes Niedersachsen aufgeschlossen werden. „Angestrebt ist ein Zuschuss von 400 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche“, rechnet Karl-Heinz Range vor.

Bürgermeister Cord Mittendorf konnte die Entwicklung auf dem sozialen Wohnungsmarkt nur bestätigen. Im Neubaugebiet Langes Feld gab es anfangs 259 B-Schein-Wohnungen, für 120 Wohnungen ist mittlerweile die Sozialbindung abgelaufen. Bis Ende 2017 fallen weitere 89 Wohnungen aus der Sozialbindung heraus. Deshalb ist der Neubau von Wohnungen mit bezahlbarer Miete auch in Gehrden von besonderer Bedeutung. Ein Projekt in die richtige Richtung ist deshalb der geplante Neubau von elf Mietwohnungen an der Nordstraße auf dem Grundstück des ehemaligen Feuerwehrhauses. „Das Projekt an der Nordstraße mit komplett barrierefreien Wohnungszugängen und Personenaufzug ist für ältere Menschen mit geringen Einkünften geplant. Sie sollen noch aktiv am Leben in der Stadtmitte teilhaben können“, beschreibt KSG-Geschäftsführer Karl-Heinz Range das Vorhaben.

we, 04.04.2016, 23:16
Redakteure CON

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