Bürgermeister bringt Haushaltsplanentwurf 2017 zur Beratung ein

Bürgermeister Cord Mittendorf bei der Einbringung des Haushaltsplanentwurfes 2017.

Gehrden. 

Bürgermeister Cord Mittendorf erwartet durch die Erholung der Gewerbesteuer mit einem Plus von 556.000 Euro gegenüber 2016, der Steigerung des Gemeindeanteils an der Einkommenssteuer mit 421.000 Euro und des Gemeindeanteils an der Umsatzsteuer mit 110.000 Euro eine größere Ertragsposition im städtischen Haushalt für das Jahr 2017. Andererseits sinken aber auch die Schlüsselzuweisungen um fast 800.000 Euro aus dem kommunalen Finanzausgleich, weil die Steuerkraft vor Ort steigt, aber auch, weil die Verteilmasse kleiner wird und viele Hände in den Finanztopf greifen. Die Prognosen über die Finanzentwicklung können sich in der Realität schnell ändern und viele Zahlen im Haushalt der Stadt Gehrden für das Jahr 2017 konnten nur sorgfältig geschätzt werden.

Für den Gehrdener Gebührenzahler bringt der Haushalt 2017 eine angenehme Überraschung mit: Die Abwasserbeseitigungsgebühr für alle Gehrdener Haushalte wird im Jahr 2017 einmalig um ein Drittel sinken, ab 2018 allerdings wieder auf ihre aktuelle Höhe zurückkehren. Die Stadtentwässerung Hannover hatte zu Unrecht Vorfinanzierungszinsen in Höhe von 484.000 Euro berechnet, die jetzt der Stadt Gehrden und ihren Gebührenzahlern erstattet wird. Die ordentlichen Erträge im nächsten Haushaltsjahr weisen eine Steigerung von 1,1 Millionen Euro aus. „Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung, zumal auch die Folgejahre vielversprechende Steigerungen erwarten lassen“, wagte Bürgermeister Cord Mittendorf eine vorsichtige Prognose.

Aber die Ausgabenseite: Die Aufwendung für das aktive Personal steigen um 1,8 Mio. Euro und machen mit rund 12 Mio. Euro fast 40 Prozent der Gesamtaufwendung aus. Neben den üblichen tariflichen Steigerungen wirkt sich die gestiegene Zahl der Mitarbeiter aus, um zusätzliche Aufgaben wahrzunehmen. Die zusätzlichen Personalausgaben steigen besonders an den Kindertagesstätten und Schulen wegen zusätzlicher Betreuungskräfte, Stundenerhöhungen im Schulsekretariat und der Einstellung einer Schulsozialarbeiterin.

Da auch im Haushaltsjahr 2017 kein Haushaltsausgleich erreicht werden kann, wird wieder ein Haushaltssicherungskonzept erstellt. Eine Einsparmöglichkeit ist der Verzicht auf die Ausschreibung der Stelle der Ersten Stadträtin mit der heutigen Besoldungsklasse nach Ablauf der Amtszeit der jetzigen Stelleninhaberin. „Die Leitung des Fachbereiches wird neu zu besetzen sein, aber mit deutlich geringeren Personalaufwendungen“, so Mittendorf.
Für Umbau-, Anbau– und Neubau an den Gehrdener Schulen wird weiterhin kräftig investiert, so für die MCG-Sanierung mit 1,8 Mio. Euro, Inklusion an allen Schulen mit 120.000 Euro, Erweiterung der Oberschule mit 500.000 Euro, Raummodule für den Umbau der Grundschule Am Castrum mit 110.000 Euro, anteilige Kosten am Bau einer neuen Kita am Vorwerkgelände mit zwei Millionen Euro, weiter für die Erschließung von Baugebieten mit Gehrden Langes Feld III und in Leveste sowie einer Erweiterung des Gewerbegebietes am Knülfeld. Der Umbau des Feuerwehrhauses in Lemmie muss auf 2018 verschoben werden. Weitere große Ausgaben sind die Fortführung der Innenstadtsanierung mit 615.000 Euro, Herstellung von Straßen in Neubaugebieten mit 1,38 Mio. Euro, Digitalfunkgeräten für die Feuerwehr mit 140.000 Euro, Einsatzleitwagen für die Feuerwehr Gehrden mit 155.000 Euro, Löschfahrzeug für die Ortsfeuerwehr Northen mit 218.000 Euro, verbesserte IT-Infrastruktur in der Verwaltung mit 147.000 Euro, Mobiliar und Fachräume für die Oberschule Gehrden mit 127.000 Euro.

Die Mitglieder des neugewählten Rates müssen sich jetzt mit dem umfangreichen Zahlenwerk befassen. Für die Ratssitzung am 15. Februar 2017 ist die Verabschiedung des Haushalts vorgesehen.

we, 02.11.2016, 14:43
Redakteure CON

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