Coworking als neue Arbeitsform vor Ort

Lukas Schreier (von links) vom Ostdeutschen Sparkassenverband, Bürgermeister Cord Mittendorf, Wirtschaftsförderer Nurettin Demirel und Stadtplaner Wilhelm Klauser unterzeichneten den Regio-LAB-Kooperationsvertrag.Erste konkrete Schritte: Der Realisierungsworkshop zu Regio-LAB im Bürgersaal

Gehrden. 

Aus Gehrden pendeln jeden Arbeitstag mehr als 4.100 Menschen zu ihrer Arbeitsstätte in den Ballungsraum rund um Hannover. Sie verbringen dabei einen großen Zeitanteil von bis zu zwei Stunden in den öffentlichen Verkehrsmitteln oder im Pendlerstau in ihrem eigenen Auto. Diese Stunden sind verlorene Freizeit für die Berufspendler.
Wilhelm Klauser als Architekt und Stadtplaner kann viele Beispiele aufzählen, wie man dieses Problem lösen könnte. Unter dem Schlagwort „Coworking“ kann eine neue Arbeitsform realisiert werden. Dieses zukunftsorientierte Programm Regio-LAB wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert. Die Wirtschaftsförderung der Stadt Gehrden startete jetzt dieses innovative Pilotprojekt.

Viele Arbeitnehmer wollen heute anders leben mit mehr Zeit für Familie und Freunde, für ihr Engagement in Vereinen und mehr Zeit für Hobbys haben. Viele Unternehmen reagieren darauf, wenn viele Mitarbeiter abgeschreckt sind, ihren beruflichen Alltag als Dauerpendler mit hohem Zeiteinsatz zu erleben. In der Zeit einer steigenden Digitalisierung lassen sich zumindest viele Arbeiten von zu Hause oder einer Coworking-Arbeitsstätte aus erledigen. Eine Folge der Digitalisierung und Vernetzung ist die mögliche Dezentralisierung der Arbeitsstätten. Coworking heißt Arbeiten in kleinen, wohnortnahen Gemeinschaftsbüros, in denen ein konzentriertes, sicheres und vernetztes Arbeiten möglich ist. Das innovative Projekt soll professionell ausgestattet sein und kann je nach Bedarf an mehreren Tagen in der Woche von Mitarbeitern verschiedener Unternehmen, von Gründern und Selbstständigen genutzt werden.

Die Wirtschaftsförderung der Stadt Gehrden plant ein erstes RegioBÜRO als Pilotprojekt im Calenberger Land. Bürgermeister Cord Mittendorf hat dazu eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Stadt Gehrden und Wilhelm Klauser als Geschäftsführer der Berliner Firma InD-initialdesign sowie Lukas Schreier vom Ostdeutschen Sparkassenverband für das Projekt Regio-LAB unterschrieben. Der Gehrdener Wirtschaftsförderer Nurettin Demirel sieht auch noch einen anderen Aspekt. Durch das Coworking-Projekt bleiben die Arbeitsplätze in Gehrden. Dadurch fließt auch weniger Kaufkraft in die Umlandstädte ab. Versorgungsangebote werden im Ort gehalten und besser frequentiert. Die Stadtmitte kann wieder mit mehr Leben gefüllt werden.

Zum wohnortorientierten Arbeiten fand jetzt  ein dreistündiger Realisierungsworkshop zu Regio-Lab und dem Coworking-Projekt mit über 25 Teilnehmenden im Gehrdener Bürgersaal statt. In einem Planspiel wurden die Ansprüche und Anforderungen an gemeinschaftlich genutzte Büroräume aufgezeigt. „Mit diesen Erkenntnissen können wir erfahren, mit welchen Leistungsmerkmalen ein Coworking-Büro für verschiedene Akteure mit ihren individuellen und branchengerechten Anforderungen ausgestattet sein muss“, sagte Wirtschaftsförderer Nurettin Demirel. Das Gehrdener Modell soll als Pilotvorhaben mit guten Erfolgsaussichten an den Start gehen. Es könnte dann von anderen Kommunen übernommen werden.

we, 23.11.2016, 10:25
Redakteure CON

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