Das Calenberger Land wird es so nicht mehr geben

Langreder / Degersen / Redderse. 

Zu unserem Artikel „Degersen: Jetzt doch Windkraftanlagen?“ vom 1. März erreichte die Redaktion ein Leserbrief von Thorsten Beyer aus Langreder unter dem Titel "Das Märchen vom mündigen Bürger – Die Hannover Regionsverwaltung schafft Fakten":

 

"Im letzten Jahr wurde nach einer intensiven öffentlichen Diskussion von der zuständigen Regionsverwaltung entschieden, das Gebiet rund um Degersen nicht als Vorranggebiet für Windkraftanlagen auszuweisen. Vorausgegangen war u. a. eine Bürgerbefragung in Degersen, in der die Bevölkerung mit überwältigenden 85 % die Anlage ablehnte.  Auch der Wennigser Rat hatte sich daraufhin deutlich gegen die gigantischen Windkraftanlagen ausgesprochen. Nicht zuletzt aufgrund dieses eindeutigen Bürgerwillens hatte sich die Regionsverwaltung seinerzeit richtigerweise gegen das höchst umstrittene Projekt entschieden.

Nun jedoch muss der überraschte Leser im obigen Artikel erfahren (und dies ist leider kein vorweggenommener Aprilscherz), dass die Regionsverwaltung kurzerhand entschieden hat, das abgeschmetterte Windkraftprojekt in Degersen wiederzubeleben!!!  Und zwar ohne Abstimmung mit der betroffenen Kommunalpolitik und ohne jegliche öffentliche Diskussion. War es nicht die Regionsverwaltung, die sich bei dem zugrundeliegenden Raumordnungsprogramm immer wieder damit gebrüstet hatte, die öffentliche Meinung zu berücksichtigen und in ihre Entscheidungen integrieren zu wollen? Und nun diese Entscheidung nach Gutsherrenart, die den eindeutig formulierten Bürgerwillen bewusst ignoriert und mit Füßen tritt. Ein unerhörter Affront gegenüber allen Beteiligten.

Nur zur Erinnerung: Gegenstand des diskutierten Projektes ist die Errichtung von bis zu 13 Windrädern, deren Spitzen jeweils 200 Meter (!!!) in die Höhe ragen werden. Der Bau solcher Monsteranlagen würde für das Calenberger Land und seine Bevölkerung aus sozialen, ökonomischen und ökologischen Gründen nachhaltig irreparable Schäden nach sich ziehen.

Bleibt nur zu hoffen, dass im Calenberger Land genügend Wille zum Widerstand existiert - bei Bürgern UND Kommunalpolitik. Andernfalls sollte man sich schon heute an die Erkenntnis gewöhnen: Das Calenberger Land so wie wir es heute kennen, wird es morgen nicht mehr geben.

Thorsten Beyer"

 

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Leserbriefe geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich sinnwahrende Kürzungen vor. Nicht alle Zuschriften können veröffentlicht werden.

hug, 02.03.2016, 22:23
Redakteure CON

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