Energetisches Stadtquartierskonzept liegt auf Eis

Wirtschaftsförderer Nurettin Demirel (links) und Udo Scherer von der Klimaschutzagentur möchten das Energetische Stadtquartierkonzept umsetzen.

Gehrden. 

Nach der Vorstellung des Energetischen Stadtquartierskonzept durch Udo Scherer von der Klimaschutzagentur Region Hannover war die Mehrheit der Mitglieder in einer gemeinsamen Sitzung des Ausschusses für Bau- und Städteplanung und Ausschusses für Umwelt und Energie überzeugt: Das Konzept ist eine Zukunftschance für Gehrden und ein wichtiger Baustein zur nachhaltigen Umsetzung des Klimaschutz-Aktionsprogramms.

Die Finanzierung des Vorhabens ist durch Zuschüsse von der KfW-Förderung, Landesmittel und der Region Hannover fast sichergestellt. Einen relativ geringen Beitrag muss die Stadt Gehrden beisteuern. Aber daran hapert es zum augenblicklichen Zeitpunkt. Die erforderlichen Haushaltsmittel können erst nach Beratung des Haushaltsplanes für das Jahr 2017 bereitgestellt werden.

Udo Scherer von der Klimaschutzagentur bescheinigte der Stadt Gehrden viele gute Ansätze und ein hohes Engagement der Bürger zum Klimaschutz. Als Beispiele nannte er die GeSo-Solaranlagen, die Gründung der Energiegenossenschaft, Initiativen zur Nutzung regenerativer Energien bei Handel und Handwerk wie bei der Firma Fensterbau Rohde und die zahlreichen Solaranlagen auf den Wohnhäusern und landwirtschaftlichen Gebäuden.

„Viele Akteure und viele Themen werden in einem energetischen Quartierskonzept zusammengeführt. Lokale Erzeuger von Strom und Wärme werden mit den Verbrauchern zusammengebracht“, erläuterte Scherer die Grundzüge des Programms. Ziel bleibt die Emissionsminderung um 40 Prozent bis zum Jahr 2020.

Für das Projekt wurde ein Quartier auf der Ostseite der Schulstraße und des Gehrdener Stadtweges umrissen. In diesem Quartiersrahmen liegen sieben öffentliche Einrichtungen (Schulen, Sporthallen, Delfibad), Handwerksbetriebe im Gewerbegebiet Gehrden-Ost und die Neubaugebiete Am Thiemorgen, Großes Neddernholz und Langes Feld III.

Die Kosten für die energetische Stadtsanierung übernimmt die Kreditanstalt für Wiederaufbau mit der KfW-Förderung (65 %), das Land Niedersachsen (8,7 %) und die Wirtschaftsförderung der Region Hannover (8,7 %) mit Maximalbeträgen bis zu 10.000 Euro. Für die Stadt Gehrden verbleibt ein rechnerischer Eigenanteil von 17,6 % mit etwa 20.250 Euro.

Eva Kiene-Stengel und Heinz Strassmann (Grüne) lobten das Projekt als endlich handfesten Einstieg in das Klimaschutzprogramm. Holger Struß (SPD) schloss sich dieser Auffassung an, bezweifelte aber, ob die Stadt Gehrden die personellen Ressourcen zur Projektbegleitung bereitstellen kann. Heide Rath (CDU) fand es bedauerlich, dass man nicht sofort in das Programm einsteigen kann, sondern erst die finanziellen Mittel durch die Stadt Gehrden im Jahr 2017 bereitgestellt werden müssen. Hilmar Rump (FDP) schlug eine generelle Vertagung vor. „Das Ergebnis der Haushaltsplanberatung 2017 muss erst abgewartet werden. Erst dann könnte über die Umsetzung des Quartierskonzeptes entschieden werden“, so Rump.

Auf Vorschlag von Wirtschaftsförderer Nurettin Demirel fassten die Mitglieder der beiden Fachausschüsse mit vier Gegenstimmen einen Grundsatzbeschluss mit der Aufforderung an die Verwaltung, entsprechende finanzielle Mittel für den Haushalt 2017 einzuplanen. Über den Haushalt 2017 muss später der neue Rat nach der Kommunalwahl am 11. September entscheiden. Eine positive Vorentscheidung haben die beiden Ausschüsse mit ihrem Grundsatzbeschluss bereits signalisiert.

we, 15.06.2016, 07:28
Redakteure CON

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