Firma Dietmar Müller: Mit Eigeninitiative gegen den Fachkräftemangel

Bürgermeister Cord Mittendorf und Wirtschaftsförderer Nurettin Demirel informierten sich über das Team der Gehrdener Firma Dietmar Müller Heizung-Lüftung-Sanitär GmbH.Ali Bouteben (links) und Andreas Scherer mit einer Vorwandinstallation, die als Ausbildungsvorbereitung entstanden ist.

Gehrden / Pattensen. 

42 Mitarbeiter, davon 13 Auszubildende: Was für die Gehrdener Firma Dietmar Müller Heizung-Lüftung-Sanitär GmbH bereits seit Jahren völlig normal ist, sorgt in der Region für Überraschung – kaum ein anderes mittelständisches Unternehmen bildet so viele Nachwuchskräfte aus. Dabei ist es nicht leicht, Azubis zu finden. „Die meisten Jugendlichen kennen den Beruf des Anlagenmechanikers für Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik gar nicht“, sagt Geschäftsführer Lothar Müller, der die Leitung des Familienbetriebs vor sechs Jahren von seinem Vater Dietmar Müller übernommen hat. So ging es auch Ali Bouteben. Der 21-jährige Pattenser hatte KFZ-Mechatroniker werden wollen, aber keinen Ausbildungsplatz bekommen. An der Berufsbildenden Schule 3 gab ihm ein Lehrer den Tipp, sich bei Firma Dietmar Müller zu bewerben. Inzwischen ist Bouteben im 3. Lehrjahr und von seinem Lehrberuf begeistert. „Das Aufgabengebiet ist enorm groß und abwechslungsreich“, erklärte er. Nach seiner 3,5 Jahre dauernden Lehrzeit kann er sich vorstellen, im Betrieb weiterzuarbeiten. Lothar Müller hört das gerne, er sieht die Zukunft allerdings auch realistisch. „Viele Großkonzerne freuen sich, gut ausgebildete Fachkräfte zu bekommen. Sie können ein Gehalt zahlen, das deutlich über den Möglichkeiten eines mittelständischen Betriebs liegt“, berichtete er. Und so hat er in der Vergangenheit immer wieder erlebt, dass die jungen Anlagenmechaniker nach der Ausbildung die Angebote von Großfirmen angenommen haben.

Der Geschäftsführer hadert auch mit der mangelnden Vorbereitung der Schüler auf das Berufsleben. „Die Schüler kennen sich nicht aus in den vielen verschiedenen Berufen, die heute angeboten werden, und haben meist keine Ahnung, welcher Beruf zu ihren Interessen und Fähigkeiten passen würde“, stellte er fest. Er wünscht sich eine engere Zusammenarbeit der Schulen mit den Betrieben. „Die Handwerksfirmen brauchen eine Möglichkeit, um sich und ihre Berufe bei den Schülern vorzustellen“, so Müller. Das sieht auch Bürgermeister Cord Mittendorf so. Gemeinsam mit Wirtschaftsförderer Nurettin Demirel hatte sich bei einem Ortstermin über die vor 45 Jahren gegründete Firma informiert. „Jeder kennt die Firma Dietmar Müller, aber dass hier so viele Fachkräfte ausgebildet werden, war mir nicht klar“, gab er zu. Um die Zusammenarbeit zu verbessern, möchte Mittendorf ein enges Netzwerk bilden. Start soll mit einem regelmäßigen Ausbilderfrühstück sein, an dem neben den Unternehmervertretern auch Lehrer teilnehmen. Auch Berufsinformationstage soll es künftig geben. „Sie sind eine sehr gute Gelegenheit für unsere Schüler, mit den Betrieben in Kontakt zu kommen“, weiß Uwe Wellmann, Lehrer der BBS 3, aus Erfahrung. Auch er hält es für wichtig, dass die Jugendlichen mehr über die vielen verschiedenen Lehrberufe erfahren.

bri, 25.11.2016, 00:38
Redakteure CON

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