"freiraum" beim Danke-Auftakt

Anne Dobiey von der Freiwilligenagentur "freiraum" bei der Auftaktveranstaltung in der HDI-Arena.Sozialministerin Cornelia Rundt.

Gehrden / Region. 

Mit über 250 Teilnehmern fand gestern die Danke-Auftaktveranstaltung zur Danke-Aktionswoche statt. Mit dabei waren auch Vertreter der Freiwilligenagentur „freiraum“ aus Gehrden.

Das Bündnis „Niedersachsen packt an“ bedankt sich mit dieser Aktionswoche bei allen ehrenamtlich Helfenden, ohne die die Bewältigung der großen Herausforderungen seit dem Sommer 2015 nicht möglich gewesen wären. Ankommende Flüchtlinge versorgen, Ansprechpartnerin oder Ansprechpartner bei Fragen und Problemen sein, als Integrationspaten wirken, Sprachunterricht und kulturelle Teilhabe organisieren, Fahrten in die nächste Stadt organisieren oder einfach Zeit schenken, das ist die abstrakte Beschreibung von wichtigen Aufgaben, die von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern übernommen wurden und nach wie vor werden. Diese Helferinnen und Helfer geben der Flüchtlingsarbeit ein Gesicht! Sie unterstützen, wo staatliche und kommunale Strukturen die Aufgaben alleine nicht hätten leisten können. Mit dieser Veranstaltung und der sich anschließenden DANKE-Aktionswoche hat sich das Bündnis bedankt.

Den musikalischen Auftakt machte das Welcome Board. Das Trio Edelholz ist entstanden, als Hesam Asadi nach seiner Flucht aus dem Iran ein Praktikum an der Musikschule Uelzen absolvierte. Die drei Musiker haben sich auf Anhieb verstanden und arbeiten seitdem zusammen.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung haben die Partner des Bündnisses exemplarisch jeweils ein freiwilliges Projekt in der Flüchtlingshilfe in Form eines Tandems (Bündnispartner/ Projekt) präsentiert, das in besonderem Maße von bürgerschaftlichem Engagement getragen wird.

Vorgestellt wurden folgende Projekte:

Land Niedersachsen

Projekt: „Freiraum e.V.“ Freiwilligen Agentur Gehrden

Gegründet wurde die Freiwilligenagentur Anfang August 2015. Im Februar 2016 konnte der gemeinnützige Verein „Freiraum e.V.“ gegründet werden. Zwischen dem Verein und der Stadt Gehrden wurde ein Kooperationsvertrag geschlossen, der eine enge Zusammenarbeit in den Bereichen Anerkennung des bürgerschaftlichen Engagements und Integration beinhaltet.

Es entstand das Projekt Integration, mit den Schwerpunkten: enge Begleitung der Familien durch Integrationshelfer, spezielle Behördenbegleitung und verschiedene Services, wie ein ehrenamtlicher Dolmetscherpool mit wöchentlich stattfindender Sprechstunde.

Mit dem Kooperationspartner Diakonie Hannover Land wird eine Sprechstunde zum Thema Arbeitsmarktintegration angeboten, die von den Sozialarbeiterinnen der Diakonie professionell durchgeführt wird. Gemeinsam mit den Sportverein Gehrden bietet der Verein die Möglichkeit für eine Sprechstunde zum Thema Sportmöglichkeiten in Gehrden.

Des Weiteren werden mehrere Deutschkurse angeboten, einer im Bereich der Alphabetisierung, ein anderer im Bereich Deutsch sprechen und lernen – beide als Überbrückung bis zu der Bewilligung der Integrationskurse. Zudem besuchen Sprachlernhelfer auch Familien und geben Einzelunterricht oder Nachhilfe.

Katholisches Büro Niedersachsen

Projekt: „Ökumenisches Sozialprojekt Neuland“, eine Kooperation der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinde in Garbsen

Seit Mai 2003 engagieren sich die evangelisch-luth. Silvanusgemeinde und die katholische Kirchengemeinde St. Raphael – St. Maria Regina in Berenbostel in Projektpartnerschaft mit der Stadt Garbsen für ein gutes Miteinander aller Bewohner/innen auf dem Kronsberg.

Dieses ökumenische Sozialprojekt heißt NEULAND. Seit 2014 ist NEULAND auch eine besondere Anlaufstelle für die geflüchteten Menschen, die in Garbsen ankommen. NEULAND setzt sich ein für Orte der Begegnung, Hilfe zur Selbsthilfe, gemeinschaftsfördernde Aktivitäten, interkulturellen Austausch, Vernetzung und Kooperationen sowie ehrenamtliches Engagement.

Evangelische Landeskirche Hannover

Projekt: „Flüchtlingstreff“ der evangelischen Jugend aus Celle

Der Flüchtlingstreff soll einen Raum für Begegnungen zwischen Jugendlichen aus dem Ankunftsland und der Geflüchteten geben. Die Angebote bestehen aus verschiedenen Projekten. Darunter fallen z.B. ein Musik- und Tanzworkshop oder verschiedene Bastelangebote. Zusätzlich werden offene Spiel- und Sportangebote wie z.B. Fuß- und Basketball zur Verfügung gestellt.

Deutscher Gewerkschaftsbund – Bezirk Niedersachsen – Bremen – Sachsen-Anhalt

Projekt: „Ein Theater für Jeden – Sprache verbindet“, Bildungsvereinigung Arbeit und Leben Nds. Ost gGmbH Geschäftsstelle Wolfsburg

Das Projekt „ Ein Theater für Jeden – Sprache verbindet“ ist ein Theaterprojekt, das zu
Integration durch das Medium Theater in Verbindung mit Sprache beitragen soll.
Die Projektteilnehmer sind Menschen mit Migrationshintergrund. Viele der Teilnehmenden verfügten anfangs über geringe Deutschkenntnisse. Durch das Verlassen des klassischen Lernsystems und Spaß am Theater können Deutschkenntnisse hinzugewonnen bzw. erweitert werden – auch um Begriffe der Kunst und Kultur. Zudem werden Teamgeist und Selbstsicherheit gefördert.

Unternehmerverbände Niedersachsen e.V.

Projekt: „Arbeits- und Ausbildungsleben in Hannover“

„Eingangsticket“ in das Arbeitsleben für geflüchtete Menschen ist die Duale Ausbildung. Diese unterscheidet sich jedoch deutlich von Bildungswegen in Syrien und anderen Herkunftsländern. Deshalb ist es notwendig, Funktionsweise und Stärken dieses Modells zu erklären, um so interessierten jungen Menschen mit den notwendigen Fähigkeiten diesen Weg aufzuzeigen und sie in Zukunft vielleicht dafür zu gewinnen. Um das gegenseitige Verständnis zu stärken, Bedürfnisse und Erwartungen kennenzulernen und Einblicke in das System zu gewähren bedarf es zunächst des Austauschs. Zu diesem Zweck organisiert das Projekt ein Treffen von Auszubildenden mit jungen syrischen/arabischsprachigen Flüchtlingen derselben Altersgruppe, die in den letzten fünf Jahren nach Deutschland gekommen sind und eine Bleibeperspektive haben sowie bereits über Grundkenntnisse in Deutsch und/oder Englisch verfügen.

Das Projekt wird unterstützt von der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover, der Continental AG Hannover und den Unternehmerverbänden Niedersachsen.

Niedersächsischer Landkreistag

Projekt: „Zukunftswerkstatt e.V.“, Herzberg am Harz

Die Zukunftswerkstatt e.V. ist eine Anlaufstelle für neu ankommende Flüchtlingsfamilien, die auch den engen Kontakt zur Stadtverwaltung hält. Es stehen Begleiter ab dem Ankunftstag zur Verfügung. Diese beraten bei Alltagsproblemen und pflegen dafür die Kontakte zu Dolmetschern, Ämtern, Schulen, Ärzten etc. und begleiten zudem bei besonderen Angelegenheiten z.B. Krankheit oder Asylanträge. Durch die intensive ehrenamtliche Betreuung und die Überschaubarkeit der Kleinstadt sind der Zukunftswerkstatt inzwischen nahezu alle Flüchtlinge persönlich bekannt, so dass die Ehrenamtlichen versuchen, sie in allen anstehenden Fragen individuell zu beraten, zu fördern und Gemeinsames zu erleben.

Niedersächsischer Städtetag

Projekt: „Allerhand Nuetzeliches“, Uetze

Nachdem im September 2015 in der Gemeinde Uetze ein Erstaufnahmnelager für Geflüchtete eingerichtet wurde, haben Ehrenamtliche der Gemeinde in Abstimmung mit dem ASB eine Kleiderkammer in der Stötznerschule in Uetze errichtet.

Aufgrund der positiven Erfahrungen wurde der Bürgerverein Uetze im August 2016 gegründet. Es entstand das soziale Kaufhaus in Uetze. Das Kaufhaus ist eine Begegnungsstätte für Menschen aller Kulturen, die sich austauschen können.

Niedersächsischer Städte- und Gemeindebund

Projekt: „Integrationslotsen in Städten und Gemeinden am Beispiel der Stadt Westerstede“

In der Stadt Westerstede wurde die Apothekervilla als ein zentrale Anlaufpunkt für Geflüchtete geschaffen. Dort werden verschiedene Aktivitäten angeboten wie z.B. ein Internationales Café und ein Internationaler Frauentreff, Deutschkurse, Hilfe bei Problemen und Integrationsberatung sowie zusätzliches Netzwerk mit der Koordinierungsstelle für Migration und Teilhabe beim Landkreis geschaffen. Unterstützt wurde die Stadt seit der Ankunft der Flüchtlinge von Integrationslotsen, Familienpaten und Sozialpaten. Die Integrationslotsen betreuten Flüchtlinge bereits wenige Tage nach deren Ankunft bis heute.



Den Ausblick auf die Veranstaltung hielt Dr. Hans-Jürgen Marcus, Vorsitzender und Caritasdirektor des Caritasverbands für Diözese Hildesheim e.V.

Im Rahmen eines Ausklangs konnten sich alle Gäste und Projektteilnehmer austauschen.

bri / Staatskanzlei, Foto: Jasper Ehrich, 01.12.2016, 13:26
Redakteure CON

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