Verärgerung über Politikerinaussage

Gehrden. 

Die Antworten der Grünen-Politikerin Garonne van der Made haben für Reaktionen bei Gehrdener Bürgern gesorgt.

 

So schrieb Dr. Matthias Ueberschär:

 

"Frau van der Made nimmt für die Grünen Stellung indem sie eine Belebung der Innenstadt durch ein von der Stadt Gehrden unterstütztes oder gar organisiertes Frühstück auf dem Marktplatz fordert. Inwieweit ein Frühstück zusätzlichen Umsatz für Gehrdener Geschäftsleute generiert bleibt aber unerklärt. Ebenso stellt sich die Frage ob zusätzliche Marktzeiten auswärtiger Händler die Gehrdener Geschäftsleute erfreuen dürfte, zumal bei zwei Markttagen pro Woche ein weiterer sicher wenig Besucher verzeichnen dürfte.

Die Idee die Ratspolitiker und die Verwaltungsangestellten zum Einkauf in Gehrden zu motivieren wirkt sehr naiv. Vielleicht denkt Frau van der Made an eine Verordnung zum Zwangseinkauf. Im Weiteren lehnt sie das Einzelhandelsgutachten (Stärkung der Innenstadt) pauschal ab, ein Mehrgenerationenhaus soll aber ihrer Meinung nach die Innenstadt beleben. Hierzu fehlen wiederum Fakten und Zahlen zur Struktur von Besuchern und Bewohnern. Die Argumentation erscheint willkürlich und substanzlos.

Erschreckend ist die Behauptung während des Stadtfestes würden die Gehrdener Einzelhändler keine Gelegenheit erhalten Speisen und Getränke zu verkaufen. Zum Einen ist das primär das Geschäftsmodell der Gastronomie und weniger des Einzelhandels und zum Anderen hat sich die Gehrdener Gastronomie aktiv beteiligt. In Gehrden wird durch das Engagement einiger Bürger jedes Jahr ein erfolgreiches Stadtfest trotz Konkurrenz des Maschseefestes unter Einbeziehung von Vereinen und Organisationen aus Gehrden organisiert und Frau van der Made beklagt sich völlig unbegründet über die Modalitäten dieses Festes. Sie könnte substantiiert besser die Gründung einer Interessengemeinschaft Gehrdener Geschäftsleute initiieren, wenn ihr die Belebung des Wirtschaftslebens am Herzen liegt.

Dr. Matthias Ueberschär

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Leserbriefe geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich sinnwahrende Kürzungen vor. Nicht alle Zuschriften können veröffentlicht werden.

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Zur Antwort von Frau van der Made auf die Frage: "Kommunalwahl: Sollen Stadt und Politik die Geschäftsleute unterstützen?", "Zum Beispiel würde ich im Rahmen des Stadtfestes den Einzelhandel mit einbeziehen, so dass die Geschäftsleute dort Ihre Speisen und Getränke verkaufen können statt anderen Anbietern dafür eine Plattform zu bieten" nimmt der Vorsitzende des Vereins „Gehrden feiert Feste“, Malte Losert, folgendermaßen Stellung:

„Im Jahr 2009 haben wir den Verein "Gehrden feiert Feste" zur Organisation des Stadtfests gegründet, vor dem Hintergrund dass der Vertrag mit einem hannoverschen Veranstalter nicht verlängert wurde. Auf ehrenamtlicher Basis haben sich verschiedene Vereine und Einzelpersonen zusammen geschlossen, um dem Stadtfest wieder einen Charakter zu geben, der zu Gehrden passt. Bereits im Jahr 2009 handelten wir nach dem Motto: "Ein Fest von von Gehrdenern für Gehrdener"!

Seit acht Jahren findet das Stadtfest am zweiten Augustwochenende in der Innenstadt von Gehrden statt. Und seit acht Jahren gehen wir im Vorfeld des Stadtfests von Einzelhändler zu Einzelhändler und erläutern unsere Pläne und ermuntern zur Teilnahme. Dieser direkte Kontakt zu den Einzelhändlern zahlt sich aus, so sich dass seitdem eine Vielzahl der Händlern beim Stadtfest (wieder) beteiligt. Blicken wir nur ein paar Wochen zurück, können wir mit Stolz sagen, dass 100% aller Gastronomiebetriebe der Innenstadt einen Stand mit Ihren Speisen und Getränken angeboten haben. Selbst das Restaurant Memoria, welches erst seit dem 1. August unter neuer Leitung steht, wie auch das Hotel Ratskeller mit seinen neuen Besitzern waren am Stadtfest beteiligt. Ihre Aussage, dass wir Auswärtige den eigenen Einzelhändlern vorziehen, ist somit grundlegend falsch!

In den vergangenen zwei Jahren fanden zudem am Sonntag des Stadtfests in der Zeit von 13-18 Uhr verkaufsoffene Sonntage statt, an denen 85% aller Geschäfte zwischen Steinweg und Dammstraße teilnahmen. Selbst Geschäfte wie NKD oder Ernsting´s family, die nicht Inhabergeführt sind, nahmen daran teil.

Als Vorsitzender des Vereins finde ich die Aussage gegenüber meinen Vereinskollegen, die viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit leisten, unüberlegt und unpassend. Ich würde mich freuen, wenn Frau van der Made sich in Zukunft vor solchen Aussagen besser informieren würde. Den schwarzen Peter, der "trostlosen Innenstadt" nun denjenigen zuzuschieben, die sich zweimal im Jahr beim Stadtfest und Weihnachtsmarkt Urlaub nehmen und ihre Freizeit opfern, halte ich für nicht angebracht.“

Malte Losert

1. Vorsitzender "Gehrden feiert Feste e.V."

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bri, 08.09.2016, 13:16
Redakteure CON

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