Gehrdener Schüler gewinnen mit „Napola“ 300 Euro-Preis

Die Theaterschüler des MCG´s freuen sich über ihren Preis.Schirmherr und Landtagspräsident Bernd Busemann wirbt für das Theaterstück.

Gehrden. 

Mit reichlich Lob und einem 300 Euro dotierten Preis in der Tasche zur Anschaffung von Veranstaltungstechnik haben sich jetzt die 45-Theaterschüler um Spielleiter Ludger Deters nach drei ausverkauften Veranstaltungen im Ballhof und im MCG Gehrden in die Sommerpause verabschiedet.

Das Jurymitglied Jan Sedelies war begeistert, für ihn sei die MCG-Theaterproduktion „Napola – Elite des Führers“ das wichtigste Stück des Festivals. „Ich wünsche mir, dass es auf Tournee durch die Republik geht, um allen Rechtsextremen und Rassisten den Spiegel vorzuhalten!“ In der Begründung für die Prämierung äußert er weiter: „Die Sensibilisierung für die aufgezeigten perfiden Methoden der Manipulation und die Warnung vor dem schleichenden Übergang vom Mit-zum Unmenschen sind heute so wichtig wie nie. Gerade wenn Unmenschlichkeit wieder salonfähig wird, sollte Theater Geschichten der sich wehrenden Menschen erzählen. Diese klare Kante unterstützt die Jury sehr gern mit dem Preis für das Aufwändigste Future Fuck Nazical.“

Als Schirmherr der Theaterproduktion „Napola“ äußerte sich Landtagspräsident Bernd Busemann: „Wenn Menschen zu funktionieren haben, bleibt kein Platz für Mitleid und Barmherzigkeit. Ausgrenzung und Unterdrückung werden zu den gegenläufigen Verhaltensmustern. Ich wünsche mir, dass die jungen Schauspieltalente und ihr Publikum zu den Erfahrungen der Theaterarbeit auch einen Erkenntnisgewinn über die Themen Menschlichkeit und Solidarität mitnehmen.

Der Bundestagsabgeordnete der Grünen Sven-Christian Kindler schreibt: "Wir müssen wachsam sein, wenn Menschen wie in Napola in gute und schlechte Menschen eingeteilt werden. Auch heute können wir beobachten, dass sich Menschen mit einem herablassendem Verhalten über andere stellen. Die Folge sind Rassismus, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und Schwulenfeindlichkeit. Damals wie heute ist es richtig und wichtig, sich einzumischen und zu widersprechen."

Der Bildungspolitische Sprecher der FDP im niedersächsischen Landtag Björn Försterling ergänzt: „Ihre Aufführung ist der schärfste Kontrast zur Napola des Dritten Reiches. Sie zeigt, dass Schule ein Ort sein kann, der nicht durchherrscht wird, sondern Raum für freie Entfaltung gibt.“

Der SPD-Bundestagsabgeordente Dr. Matthias Miersch hat sich am Sonntag persönlich ein Bild von der Inszenierung gemacht und den Jugendlichen für ihr Engagement, das weit über der Norm liege, gedankt. Die Parlamentarische CDU-Staatssekretärin Dr. Maria Flachsbarth wird die letzte Aufführung auf der Bergbühne in Empelde am 5. August um 20 Uhr besuchen. Wer dort ebenfalls dabei sein will, sollte sich rasch die letzten Tickets bei der Bergbühne oder sichern.

red, 16.06.2016, 11:03
Redakteure CON

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