Handballverein Barsinghausen gewinnt mit „Samstagssport“

Die Gewinner: Der Handballverein BarsinghausenPlatz 3: Der SV Gehrden

Barsinghausen / Gehrden. 

Ganztagsbetreuung in Kitas, dem Hort oder der Grundschule gehört mittlerweile zum Standard – was zur Folge hat, dass immer weniger Kinder und Jugendliche nachmittags einem Vereinssport nachgehen. Der Handballverein Barsinghausen reagiert auf diese gesellschaftliche Veränderung: Unter dem Motto „Eltern kaufen ein – Kinder treiben Sport“ bietet der Verein Samstagssport an. Für dieses spezielle und an die Bedürfnisse der Familien angepasste Engagement wurde der Handballverein Barsinghausen gestern Abend als Sieger des Sportpreises der Region Hannover auszeichnet – und mit einem Preisgeld von 5.000 Euro gewürdigt.

„Sportvereine haben es wie alle anderen Institutionen schwer, Nachwuchs zu finden. Sie buhlen um Mitglieder, müssen attraktive Angebote schaffen und sich auf die Bedürfnisse der Familien anpassen. Die Idee des Handballvereins Barsinghausen, Kinder und Jugendliche am freien Samstagvormittag in die Sporthallen zu locken, ist toll und verdient Nachahmung in der Region“, sagt Ulf-Birger Franz, Bildungsdezernent der Region Hannover.

Den zweiten Platz belegt der Ruderverein Bismarckschule Hannover (RBV) – ebenfalls für besondere Nachwuchsarbeit. Die Schüler des RVB Hannover verwalten, organisieren und trainieren sich selbstständig, um die Entwicklung von Verantwortung zu fördern. „Neben dem sportlichen Gedanken ist der Rudersport viel mehr als nur Mittel zum Zweck, um Heranwachsende ein Bewusstsein für ihre Verantwortung gegenüber der Gesellschaft mitzugeben. Die Schüler wachsen an den Aufgaben, die sie sich selbst suchen und lernen so im schulischen Umfeld aber ganz ohne Noten- und Erfolgsdruck den verantwortungsbewussten Umgang miteinander und dem Material und arbeiten trotzdem ziel- und ergebnisorientiert“, lobte Joachim Brandt, Vorsitzender des Regionssportbundes, die Arbeit des Rudervereins Bismarckschule.

Mit ihrem Sportangebot für Flüchtlinge „Bewegt, Sprache lernen“ wurde der SV Gehrden von 1900 mit dem dritten Platz ausgezeichnet. Bewegte Sportstunden mit sprachlichem Schwerpunkt, die Einbindung von Geflüchteten in Vereinsveranstaltungen wie Turniere oder Turntage und die enge Zusammenarbeit des Vereins mit der Stadt Gehrden und der Freiwilligenagentur „Freiraum“ hat die Jury überzeugt. „Integration von Flüchtlingen und ihren Familien ist eine wichtige Aufgabe, der sich der SV Gehrden in besonderem Maße angenommen hat“, freute sich Stadtsportbund-Vizepräsident Wolf Dietmar Kohlstedt über die Auszeichnung des SV Gehrden. „Bewegung und Sprache sind Grundbedürfnisse. Dieses Zusammenzufassen und im Sportverein nachhaltig und geradezu spielerisch zu vermitteln ist eine Idee, die Aufmerksamkeit und Unterstützung verdient. Es passt gut zum SV Gehrden als innovativer Sportverein und es hilft den Kindern und den Eltern sich gut zu integrieren.“ Der zweite Platz ist mit 3.000 Euro, der dritte Platz mit 2.000 Euro dotiert.

39 Vereine hatten sich bei der Region Hannover um den Sportpreis beworben, acht von ihnen wurden nominiert, deren Ideen und Projekte am Abend im Regionshaus vorgestellt wurden – neben den drei Gewinnern waren das der Polizei-Sport-Verein Hannover, die SG von 1874 Hannover, SV Jurdumspor 88 Lehrte, die Turnerschaft Großburgwedel sowie der Turn-Klubb zu Hannover.

Sabrina Hering, Sportlerin des Jahres 2015 und Silbermedaillen-Gewinnerin bei den Olympischen Spielen in Rio, hat in diesem Jahr die Patenschaft für den Sportpreis der Region übernommen. Sie weiß, wie wichtig das Ehrenamt im Sport ist. „Ohne ehrenamtliches Engagement und die Bereitschaft, auch mal mehr zu machen und länger zu bleiben, wäre Sport für mich überhaupt nicht möglich.“

Der Sportpreis wurde in diesem Jahr zum zweiten Mal von der Region Hannover in Zusammenarbeit mit dem Regionssportbund Hannover und dem Stadtsportbund Hannover ausgelobt. Die gesellschaftliche Bedeutung des Sports und die Arbeit der in den Vereinen ehrenamtlich Tätigen soll so besonders gewürdigt werden. Alle eingetragenen und gemeinnützigen Sportvereine, die Mitglied im Regions- oder Stadtsportbund sind, waren aufgerufen, sich mit einem Projekt unter dem Gesichtspunkt „Soziales Engagement“ zu bewerben. Eine Jury mit Vertreterinnen und Vertretern der Sportbünde, der Politik, der Presse sowie der Verwaltung haben über die Einsendungen beraten und die drei Gewinnervereine gewählt.

red, 23.11.2016, 09:48
Redakteure CON

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