Im Stadtgebiet fehlen Sportplätze und Sporthallen

Gehrden. 

Nach dem Ergebnis der Sportstättenbedarfs- und Entwicklungsplanung fehlen in Gehrden zwei Sportplätze und drei Sporthallen bis zum Jahr 2025. Dies zeichnet sich bereits jetzt aktuell durch die volle Auslastung der vorhandenen Sportstätten ab, aber auch durch ein verändertes Freizeitverhalten durch den demografischen Wandel in den nächsten Jahren.

Garten- und Landschaftsarchitekt Dieter Grundmann vom Planungsbüro SFP aus Sarstedt stellte die Ergebnisse der Bestandsaufnahme und künftige Entwicklungen zum Sportstättenbedarf in der Sitzung des Ausschusses für Bildung, Soziales und Senioren vor.

Umfangreiches Material wurde bei der aktuellen Bestandsaufnahme und in Befragungen der Sportvereine zusammengetragen und ausgewertet, das jetzt eine Grundlage für die Fachplanung der kommunalen Sportpolitik sein kann. „Die Zusammenarbeit mit den Vereinen klappte hervorragend. Bei einer Bevölkerungsbefragung per Internet kamen aber nur zwei ausgefüllte Fragebogen zurück“, so Grundmann.

Nach der Auswertung und einer Berechnungsformel konnte festgestellt werden, dass das Delfibad und alle Sporthallen eine starke Auslastung aufweisen. Weniger frequentiert ist der Sportplatz in Lemmie und der Saal im Levester Gasthaus Behnsen für sportliche Aktivitäten am unteren Ende der Auslastungsskala. Bei Sportplätzen und Sporthallen sind die Nutzungsreserven deutlich eingeschränkt, zumal viele Außensportangebote in den Wintermonaten in die Sporthallen drängen. Die große Sporthalle Lange Feldstraße ist zudem sanierungsbedürftig, insbesondere im energetischen Bereich.
Vor dem Hintergrund steigender Einwohnerzahlen in der Kernstadt und sinkenden Einwohnerzahlen in den Ortschaften im Untersuchungszeitraum bis 2025 müsste eine Mehrzwecksporthalle in Alt-Gehrden gebaut werden. Mögliche Standorte könnten im östlichen Bereich des Freigeländes am Delfibad oder auf dem Grundstück der ehemaligen Tennishalle an der Schulstraße vorgesehen werden. Die Mehrzweckhalle steht damit in enger Verbindung zu den Schulen und Sportstätten im Bereich der Langen Feldstraße. Schul- und Sportlandschaft in der Kernstadt wären damit untereinander gut vernetzt. Eine Mehrzweckhalle könnte auch für andere Anlässe wie Konzerte genutzt werden, zumal ein großer Veranstaltungsraum in Gehrden fehlt.

Die Nachfrage nach der Hallennutzung wird durch den demografischen Wandel noch stärker. Grundmann wagt eine Prognose, dass Jugendmannschaften in den klassischen Sportarten eher abnehmen. Der Trend zu Gesundheitssportarten für die ältere Bevölkerung wird hingegen zunehmen, wie der Zulauf zum Kneippverein aufzeigt.

Die Schulsportanlage des Matthias-Claudius-Gymnasiums am Knülweg sollte auf jeden Fall erhalten werden, bietet aber durch Lärmschutzmaßnahmen zur benachbarten Wohnbebauung keine Erweiterungsmöglichkeiten. Die Kooperation des Sportvereins Northen-Lenthe und der Spielgemeinschaft Everloh-Ditterke wird empfohlen, um die Sportstätten gemeinsam besser zu nutzen. Möglich wäre auch ein zweiter Sportplatz für die SG Everloh-Ditterke. Der zweite Sportplatz in Leveste sollte realisiert werden. Der Sportstättenexperte sieht hinter der langfristigen Nutzung des Sportplatzes in Lemmie durch den MTV Lemmie ein großes Fragezeichen. Zur Verbesserung der Situation am Vereinsheim sollten Sanitär-Container aufgestellt werden.

Dieter Grundmann sprach sich für den Erhalt aller Dorfgemeinschaftshäuser aus. Sie sind Anlaufstellen für einen dezentralen Sport in den Ortschaften.

In die Überlegungen sollten auch Angebote für einen individuellen und vereinsungebundenen Sport einbezogen werden. Dazu gehören Skateranlagen, Fitnessparcour oder Seniorenfitnessgeräte.

Die Ergebnisse der Sportstättenuntersuchung und die Entwicklungsplanung sollen jetzt am runden Tisch mit den Vertretern aller Sportvereine besprochen werden. „Es gibt großen Gesprächs- und Beratungsbedarf. Auf uns kommen finanzielle Herausforderungen zu“, so die übereinstimmende Meinung im Ausschuss für Bildung, Soziales und Senioren.

we, 08.06.2016, 10:34
Redakteure CON

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