Kommunalwahl: Was passiert mit dem Sportstättenbedarfsplan?

Gehrden. 

Die künftigen Ratsfraktionen werden sich in den nächsten Jahren intensiv mit dem Sportangebot in der Stadt beschäftigen müssen. CON hat nachgefragt:

"Welche Priorität hat für Sie die Umsetzung des Sportstättenbedarfsplans?"

CDU: Für eine kinder- und familienfreundliche Stadt wie Gehrden ist die Infrastruktur für den Schul-, Vereins- und Breitensport eine elementare Voraussetzung. Der vorgelegte Sportstättenbedarfsplan zeigt Sanierungs- und Neubaubedarf. Die Sanierung und damit der Erhalt der vorhandenen Sportstätten ist zwingend. Bei den vorgeschlagenen Neubauten, die sicherlich nicht alle in kurzer Zeit zu bewältigen sind, ist in jedem Einzelfall die Erforderlichkeit, die Bezahlbarkeit und das Tragen der Kosten für die nachfolgende Unterhaltung zu prüfen.

SPD: Überhaupt sind viele SPD Mitglieder neben der Ratsarbeit in Vereinen und Institutionen ehrenamtlich aktiv tätig. Sei es in den Sportvereinen, bei der Stadtfestorganisation (GfF) oder in anderen Institutionen.. Hier wird vor Ort  vor allem auch praktisch und nicht nur theoretisch gesehen was notwendig ist. Nur so lässt sich Kommunalpolitik  für den Bürger sichtbar darstellen, nur so kann man überzeugend das Gefühl vermitteln, da kümmert sich jemand um mich. Das ist Maßstabe unsere Handelns. Nur so kann auch ein Sportstättenbedarfsplan sinnvoll umgesetzt werden. Der Sportstättenbedarfsplan wird dem Rat diese Woche eingehend vorgestellt. Die Rückschlüsse und Festlegung von Prioritäten daraus wird der nächste Rat gemeinsam mit der Verwaltung und in Zusammenarbeit mit den Vereinen festlegen.

Bündnis 90/Die Grünen: Der Sportstättenbedarfsplan, der schon im April 2013 von den Grünen beauftragt wurde, zeigt sowohl den großen Neubau- Bedarf an Hallen und Sportplätzen, als auch den zwingend notwendigen Sanierungsbedarf und damit den Erhalt der vorhandenen Sporteinrichtungen.

Entsprechend den dargestellten Ergebnissen wird die Einrichtung eines „Runden Tisches“ mit allen Beteiligten empfohlen, mit dem Ziel, einen machbaren und finanzierbaren Bau- und Zeitplan entsprechend der zunehmenden Einwohnerzahl zu erstellen. Dieses Vorgehen unterstütze die Grünen.

Priorität haben die Sanierung der Sporthalle am Langen Feld und der Sportanlagen in den Ortschaften, aber auch der Neubau einer Mehrzweckhalle.

Heinz Strassmann

FDP: Der Sportstättenbedarfsplan wird, wenn er offiziell in die Gremien eingebracht worden ist, in wesentlichen Teilen von der FDP unterstützt werden. Der Plan bestätigt etwa unsere Einschätzung, dass nach dem Kunstrasenplatz für die Fußballer zügig die große Sporthalle an der Oberschule saniert werden muss. Zudem muss eine weitere Mehrzwecksporthalle gebaut werden, vorzugsweise auf dem Platz der Tennishalle an der Schulstraße, deren Überbleibsel derzeit ein städtebaulicher Schandfleck sind. Die FDP teilt auch die Position, dass die vorhandenen Sportanlagen in Everloh, Lemmie, Leveste und Northen-Lenthe und die Schulsportanlage am Knülweg erhalten werden sollen. Insgesamt will sich die FDP dem Themenfeld „Sportangebote“ in der kommenden Ratsperiode intensiv widmen.

Alternative für Deutschland (AfD): Auf Grund der Verschuldung der Stadt Gehrden bestehen kaum Möglichkeiten die Erweiterung der Sportstätten von der Stadt Gehrden durchzuführen Hier müssen Privatinvestoren gefunden werden!

Die Linke: Falls sich die Bundesregierung dazu durchringend könnte, den aktuellen Haushaltsüberschuss an die Kommunen weiter zu geben (anstatt ihn für Steuersenkungen zu verwenden), dann könnte der Bedarf an Sportanlagen wahrscheinlich rascher umgesetzt werden. Da dies die Bundesregierung aber voraussichtlich nicht tun wird, hängt die Umsetzung auch davon ab, wieviel Schulden Gehrden langfristig aufnehmen will, und da gibt es eine klare Höchstgrenze, da eine Gemeinde nicht riskieren darf, unter Zwangsverwaltung durch die Kommunalaufsicht gestellt zu werden. Da ich aber davon ausgehe, dass sich bundespolitisch in absehbarer Zeit etwas bei der Finanzierung der Kommunen ändern muss, bin ich durchaus bereit, den Spielraum, den eine Gemeinde zur Finanzierung hat, weitgehend auszunutzen.

bri, 10.09.2016, 14:53
Redakteure CON

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