Kühler Witterung zum Trotz: Gehrdener begrüßen den Mai

Musikschulleiter Alfons Schleinschock mit Violine.Kreiskantor Christian Windhorst an der Orgel in der Margarethenkirche.Heimatbundvorsitzender Dieter Mahlert berichtete von Joseph von Eichendorff.Stellvertretende Bürgermeisterin Eva Kiene-Stengel und Pastor Andreas Pöhlmann stimmten das Mailied mit den Besuchern auf dem Marktplatz an.

Gehrden. 

Lyrik und Musik wurden von Pastor Justus Wilhelm Lyra in der Epoche der Romantik zusammengeführt. Lyra ist der Komponist des weltbekanntes Liedes „Der Mai ist gekommen“. Mit der Lyra-Feier und dem Singen des Mailiedes erinnerten sich die Gehrdener am Vorabend des 1. Mai an Leben und Schaffen von Justus Wilhelm Lyra, der seine letzten Lebensjahre als Pastor in der Margarethengemeinde verbrachte.

Die traditionelle Lyra-Feier wurde von Kreiskantor Christian Windhorst an der Orgel und Musikschulleiter Alfons Schleinschock mit der Violine mit Liedern aus der Zeit der Romantik in der Margarethenkirche eröffnet. Die Besucher in der gutgefüllten Kirche waren überrascht vom Klangerlebnis im Zusammenspiel von Orgel und Violine. Pastor Andreas Pohlmann begrüßte die Besucher in der Margarethenkirche.

Mit dem Volkslied vom frohen Wandersmann „Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt“ wurden die Besucher zum Mitsingen eingeladen. Heimatbundvorsitzender Dieter Mahlert berichtete aus dem Leben und Werk von Joseph von Eichendorff (1788 bis 1857), einem der bedeutendstem Lyriker und Schriftsteller der deutschen Romantik. Stellvertretende Bürgermeisterin Eva Kiene-Stengel erinnerte an den Dichter und Lyriker Matthias Claudius (1740 – 1815), Namensgeber für das Gehrdener Gymnasium, das in diesem Jahr 60-jähriges Bestehen feiern kann. Mit Joseph von Eichendorff und Matthias Claudius schloss sich der Kreis zu Justus Wilhelm Lyra, der 1842 die Melodie zu Emanuel Geibels Gedicht „Der Mai ist gekommen“ komponierte. Ein Hauptwerk Lyras ist seine Weihnachtskantate nach Texten von Matthias Claudius. Lyra hat aber auch einige Gedichte von Joseph von Eichendorff vertont. So sind das Leben und Werk von Matthias Claudius, Joseph von Eichendorff und Justus Wilhelm Lyra auf vielfältige Weise verbunden.

In Lyras Geburtsstadt Osnabrück, in Bad Bevensen als seine Wirkungsstätte als evangelisch-lutherischer Pastor von 1869 bis 1877 und in Gehrden, seiner letzten Lebensstation von 1877 bis 1882, finden am Vorabend des 1. Mai die Lyra-Feiern mit dem Singen des weltbekannten Mailiedes „Der Mai ist gekommen“ statt. In Gehrden findet das volkstümliche wie traditionelle Maisingen seit Mitte der 1930er Jahre statt, wie es als historische Quelle in einem Protokollbuch des Gesangvereines Harmonie zu finden ist. In dieser Tradition trafen sich jetzt viele Gehrdener in der Margarethenkirche zu einer ruhigen Begegnung mit romantischer Musik und Ansprachen, die mit dem gemeinsamen Singen des Mailiedes ausklang. Auf dem Marktplatz stimmte das Blasorchester „Die Original Calenberger“ das Lied an. Unter dem prächtigen Maibaum sangen alle Besucher der Lyra-Feier nochmals das bekannte Mailied.

we, 01.05.2016, 00:15
Redakteure CON

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