Künstler öffnen ihre Ateliers

Gehrden. 

Nicht nur Kunstwerke in öffentlichen Raum anschauen und den Versuch einer Interpretation wagen, sondern auch die Orte kennenlernen, an den zeitgenössische und moderne Kunst entsteht: Für den Atelierspaziergang öffneten drei in Gehrden und Redderse ihre Arbeitsorte.
Kerstin Schulz zeigte den kunstinteressierten Besuchern ihr „atelier-dreieck“ in Alt-Gehrden und informiert über die Schwarmkunst. „Die Schwarmkunst kommt aus New York. Der Künstler und eine kleine Kerngruppe eingeweihter Mitstreiter geben ein Thema vor und bringen das Material für die Umsetzung mit. Das ist die Initiative für die Schwarmkunst“, so Kerstin Schulz. Weitere Personen werden dann spontan zum Mitmachen angesprochen und helfen mit. So bildet sich ein Schwarm und eine riesige Installation mit über fünf Millionen aufgeklebten Preisetiketten kann durch die Mitwirkung vieler anderer entstehen. Aus einer Million Bleistiften ist auch ein Raum gebildet worden. „Die Schwarmkunst wächst mit der Mitwirkung vieler Menschen und zerfällt dann wieder langsam“, beschreibt Kerstin Schulz diese Kunstrichtung. Die Gehrdener Künstlerin zeigte weitere Kunstobjekte, sie sich durch verschiedene Betrachtungswinkel verändern und ein neues Motiv ergeben. Die Atelierbesucher konnten auf eine spannenden Entdeckungs- und Erfahrungsreise in dem Gehrdener Atelier gehen.

In Redderse hatten Susanne Andreae (Malerei und Tuschezeichnungen) und Werner Sauer (Steinskulpturen und Installationen) ihr gemeinsames Atelier Tivoli 9 neben der Redderser Kapelle für die Besucher geöffnet.

Werner Sauer zeigte mit kleinen Tonmodellen als ersten Vorentwurf und anschließend etwas größeren Gipsarbeiten den Entstehungsweg bis zu den fertigen Skulpturen aus hellem Granit oder dunkelgrauem Tiefengestein aus. In die Formensprache für seine geschwungenen und polierten Skulpturen nimmt Werner Sauer die Vorgänge in der Natur mit Auswaschungen, Erosion und Wirbelbildungen auf. Sie erinnern aus allen Blickwinkeln an ein fließendes System und entwickeln vielfältige Proportionen.

Während Werner Sauer mit schwerem Gerät an seinen Skulpturen arbeitet, greift seine Ehefrau Susanne Andreae zu Pinsel und Acrylfarben. Sie zeigte Bilder, die vom Wasser und vom Fließen inspiriert sind. „Alles ist im Fluß“, beschreibt Susanne Andreae ihre Motive und gibt damit dem Betrachter einen Hinweis. Werner Sauer und Susanne Andreae beteiligten sich bereits zum wiederholten Mal am Atelierspaziergang in der Region Hannover und öffneten wie 42 weitere Künstler ihr Atelier für kunstinteressierte und neugierige Besucher.

Kunstschaffende und Kunstinteressierte ins gemeinsame Gespräch bringen: Das ist das Konzept des Atelierspazierganges, der bereits seit 15 Jahren dazu einlädt, Orte und Geschichten der Entstehung von Kunst kennenzulernen. Am Sonntag, 29. Mai, sind weitere Ateliers in der Region Hannover jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet, um Besuchern einen ganz persönlichen Einblick zu gewähren.

Das gesamte Programm mit den Kontaktdaten der Künstler ist im Internet unter www.atelierspaziergang-region-hannover.de zu finden.

we

we, 22.05.2016, 18:32
Redakteure CON

Kommentare

Keine Kommentare

Benutzeranmeldung

Zum Kommentieren bitte anmelden
Anmelden

Kennwort vergessen?