Niedersächsischer Heimatbund tagt auf dem Untergut

Lenthe. 

Die historische Kulisse und das Ambiente des alten Schafstalles auf dem Untergut in Lenthe boten die perfekte Umrahmung für die 115. Jahreshauptversammlung des Heimatbundes Niedersachsen. Die Heimatbund-Gruppe Gehrden, die in diesem Jahr ihr 70-jähriges Bestehen feiert, hatte als Gastgeber die Organisation der Jahresversammlung übernommen und das Rahmenprogramm mit Besichtigungstouren vorbereitet.

Nach dem musikalischen Auftakt durch das Musikkorps der Schützengesellschaft Ottomar-von-Reden unter Leitung von Olaf Nitsch und dem traditionellen Singen des Mailiedes „Der Mai ist gekommen“ eröffnet Heimatbund-Präsident Heinz-Siegfried Strelow die Versammlung, zu der viele Besucher aus den benachbarten Gruppen in den Lenther Schafstall gekommen waren.

Jakob vom Richthofen als Hausherr auf dem Untergut begrüßte die Heimatbundfreunde und zeigte am Beispiel des Untergutes die tiefgreifenden Veränderungen in der Landwirtschaft auf.
„Heimatgeschichte ist nicht nur die Forschungsarbeit in alten Archiven und das Sichern von historischen Dokumenten. Es geht vielmehr darum, bereits heute Dokumente, Berichte, Geschichten, Anekdoten und Zeitzeugenbefragungen zu sammeln und sie für nachfolgende Generationen zu erhalten. Heimatgeschichte endet zu keinem Zeitpunkt“, unterstrich Bürgermeister Cord Mittendorf die wichtige Aufgabe des Heimatbundes.

Der Gehrdener Heimatbund-Vorsitzende Dieter Mahlert erinnerte an August Kageler, der 1946 die Gehrdener Gruppe gründete. „Kageler war ein hervorragender Chronist. Wir profitieren noch heute von seinen Ausarbeitungen zur Gehrdener Heimatgeschichte“, unterstrich Mahlert. Der Gehrdener Gruppe gehören über 120 Mitglieder an, von denen sich viele mit aktiven Beiträgen in das Vereinsleben einbringen. Mahlert nannte die Arbeit im Stadtmuseum, die Aufarbeitung des Stadtarchives, den Arbeitskreis zur Lokalgeschichte und die Schriftenreihe der Gelben Hefte als besondere Schwerpunkte des Heimatbundes in Gehrden, die zugleich von der Öffentlichkeit in besonderem Maß wahrgenommen werden.
Nach der Abhandlung der Tagesordnung für die 115. Jahreshauptversammlung des Heimatbundes Niedersachsen hielt Tim S. Müller, Leiter des Museums für Energiegeschichte in Hannover, den Festvortrag „Werner von Siemens – ein Pionier aus der Region Hannover – zum 200. Geburtstag“. Das Geburtshaus des bedeutenden Erfinders steht auf dem Obergut in Lenthe. Nach dem gemeinsamen Mittagessen machten sich die Heimatbundfreunde auf den Weg zu drei Besichtigungstouren mit einem Dorfrundgang in Lenthe, dem Besuch der historischen Gartenanlagen am Lenther Ober- und Untergut und der Margarethenkirche als Wirkungsstätte von Pastor Justus Wilhelm Lyra, dem Komponisten des Mailiedes „Der Mai ist gekommen“.

 

bri, 28.05.2016, 17:42
Redakteure CON

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