Noch fehlt schnelles Internet in einigen Ortschaften

Bürgermeister Cord Mittendorf eröffnet das Infogespräch zur BreibandversorgungWie für Leveste gibt es für alle Ortschaften eine aktuelle Erhebung der Breitbandversorgung

Gehrden. 

Die erwarteten Leistungen für ein schnelles Internet kommen bei den Nutzern nicht an, der Zeitplan für den Ausbau einer Leistungssteigerung wird nicht eingehalten, die Benutzungskosten sind für Gewerbetreibende zu hoch: Torsten Voigts, Geschäftsführer des regionalen Anbieters Northern Access, musste sich vielen unbequemen Fragen bei einer Informationsveranstaltung zur Breitbanderschließung in Gehrden stellen. Bürgermeister Cord Mittendorf und Wirtschaftsförderer Nurettin Demirel hatten die Ortsbürgermeister aus allen Gehrdener Ortschaften zum Gespräch eingeladen, um über den Stand für ein schnelles Internet im ländlichen Raum und dem schnellen Surfen auf der Datenautobahn zu informieren. Zuvor hatten sich Mittendorf und Demirel mit den Gewerbetreibenden aus Ditterke getroffen, um von dort ein Stimmungsbild über die örtliche Situation zu erhalten. Ditterke gehört mit seinen zahlreichen Gewerbebetrieben mit zu den Ortsteilen mit einer deutlichen Unterversorgung im schnellen Internet.

Lennart Heise von der Wirtschaftsförderung der Region Hannover zeigte die Ergebnisse einer Bestandsaufnahme auf. „Eine Vielzahl von Akteuren ist in der Region als Telekommunikationsanbieter tätig. Letztlich entscheidet das Kundenpotenzial vor Ort über die Qualität der Versorgung“, so Heise. Ein schnelles Internet ist ein Wirtschaftsfaktor für Unternehmen und ein Standortfaktor für Selbstständigen mit Homeoffice in allen Branchen. In Alt-Gehrden gibt es etwa 2.200 Internetadressen, davon etwa 2.100 mit schnellem Zugriff durch moderne Technik. „Die Kernstadt Gehrden ist damit gut bis sehr gut aufgestellt“, stellte Lennart Heise fest.

Die größten Problem-Ortschaften sind Northen und Ditterke. In Northen stehen zwar aufgerüstete Vectoring-Knotenpunkte, aber die Durchschaltung kommt beim Endverbraucher nicht an. Der Geschäftsführer von Northern-Access, Torsten Voigts, kündigte an, dass ab Januar 2017 eine wesentliche bessere Versorgung in Northen mit bis zu 50 mBit/s angestrebt wird. Ortsbürgermeister Friedhelm Meier machte seinem Unmut deutlich Luft, zumal sich die Zusagen für die zeitliche Realisierung immer wieder verschoben haben. „Die Northener lassen sich nicht länger vertrösten und fordern nachhaltig ein schnelles Internet“, machte Meier unmissverständlich deutlich. Auch in Ditterke warten zahlreiche Gewerbetreibende mit ihren Firmensitzen an der Bundesstraße auf ein schnelles Internet. Über eine Richtfunkstrecke soll ein Empfänger mit einer Leistungssteigerung und einer Technologieanpassung angefunkt werden, um so große Datenmengen schneller weiterzugeben. Die Ditterker können allerdings nicht nachvollziehen, weshalb von der Richtfunkstelle am östlichen Ortsausgang nur eine so geringe Leistung vom angeblichen schnellen Internet in ihren Betrieben und Wohnhäusern entlang der B 65 ankommt, zumal die Versorgungsstrecken überschaubar sind. Auch ein Wohngebiet im Bereich der Kirchwehrener Straße ist vollkommen unterversorgt. Ein Betriebsinhaber aus Redderse berichtete von ähnlichen Problemen bei der Internetversorgung in seinem Wohnort.

Torsten Voigts von Northern Access versicherte, dass die Versprechen der Vergangenheit eingelöst und ab Januar 2017 die Versorgungsprobleme mit einem schnellen Internet gelöst werden sollen. Lennart Heise bekräftigte diese Aussage, dass der Ausbau des Versorgungsnetzes mit einer schnelleren Leistungsqualität kommt. Wenn es weitere Probleme geben und der Zeitplan nicht eingehalten werden sollte, wird über eine Einschaltung der Bundesnetzagentur kurzfristig nachgedacht. Die Teilnehmer der Gesprächsrunde akzeptierten diese Aussagen und warten gespannt auf die Entwicklung in der nächsten Zeit.

we, 16.09.2016, 12:19
Redakteure CON

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