Pfarrer weg - und jetzt?

Gehrden. 

Unter der provokanten These „Pfarrer weg – und jetzt?“ diskutieren die katholischen Christen in der Gehrdener Pfarrgemeinde St. Bonifatius mit St. Barbara in Barsinghausen und St. Hubertus in Wennigsen die künftigen Aussichten für die seelsorgerische Versorgung. „Die Fusion der St. Bonifatius-Pfarrgemeinde in Gehrden mit der St. Barbara-Pfarrgemeinde in Barsinghausen zum 1. November 2014 ist geglückt und wir haben zueinander gefunden“, sagt Pfarrer Christoph Paschek.

Die rund 7.600 Katholiken der großen Pfarrei Gehrden mit Benthe, Barsinghausen und Wennigsen werden seelsorgerisch von Pfarrer Christoph Paschek von Gehrden aus betreut. Unterstützt wird er dabei von Subsidiar und Pfarrer im Ruhestand Adalbert Bonk in Barsinghausen. Hinzukommt Pfarrer im Ruhestand Eberhard Wester. Seit Januar 2014 ist Elisabeth Seelwische als Gemeindereferentin dabei. Die Verwaltungsarbeiten haben Pfarrsekretärinnen Dorothee Munke in Gehrden und Angelika Fleck in Barsinghausen übernommen.

Die Pfarrei muss sich aber neuen Herausforderungen stellen. „Die Anzahl der Priester wird weniger. Wie können weniger Priester die bisherigen Gemeinden pastoral betreuen? Welche Veränderungen sind in der lokalen Kirchenentwicklung zu erwarten?“, fragt Pfarrgemeinderatsvorsitzender Norbert Polley und stellte diese Frage in den Mittelpunkt einer gutbesuchten Pfarrversammlung. Das Bistum Hildesheim hat einen neuen Personalplan für das Dekanat bis zum Jahr 2025 erstellt. Danach sollen die heutige Pfarrei Mühlenberg mit Ronnenberg mit zwei Kirchenstandorten und die Pfarrei Springe mit sogar drei Kirchenstandorten der heutigen St. Bonifatius-Pfarrgemeinde zugeschlagen werden. Von bisher drei heutigen Kirchenstandorten wären dann Kirchen an acht Standorten zu betreuen. Der örtliche Zuständigkeitsbereich vergrößert sich damit immens. Personell sind dafür ein Pfarrer, ein Kaplan oder Sudsidiar, zwei Gemeindereferenten, ein Diakon und ein Verwaltungsleiter vorgesehen.

„Die Feier der Eucharistie ist der Kern des Gottesdienstes. Man muss abwarten, ob ein Abendmahlgottesdienst durch einen einfachen Wortgottesdienst auf Dauer ersetzt werden kann und bei den Gottesdienstbesuchern ankommt“, sagt Pfarrer Christoph Paschek. Künftig wären dann acht Kirchenstandorte mit regelmäßigen Gottesdiensten zu bedienen. „Wir können uns nicht zurücklehnen und den Prozess in weiter Ferne bis 2025 abwarten“, so Norbert Polley. Vielmehr sollten bereits jetzt die Kompetenzen des Einzelnen in der Pfarrgemeinde angesprochen werden. Jeder kann sich nach seinen Fähigkeiten und Wünschen einbringen. „Wir müssen uns jetzt bereits gemeinsam auf den Weg machen, um Antworten auf die Herausforderungen der Zukunft zu finden“, so Pfarrer Christoph Paschek. „Die Herde muss auch ohne Pfarrer zusammengehalten werden“, beschreibt er es bildlich.
Auch zahlreiche organisatorische Fragen müssen geklärt werden. Dazu gehören der Sitz und Arbeitsort der Seelsorger. Fahren sie in einem großen Gebiet zu den Gottesdiensten? Ist ein Fahrdienst für Gottesdienstbesucher eine Alternative? Wie oft können Gottesdienste in den acht Kirchen angeboten werden, gerade auch an hohen kirchlichen Feiertagen? Wie sieht es mit der pastoralen Betreuung und Fürsorge bei Taufen, Kommunion, Firmung, Hochzeiten und Trauerfällen aus? Viele Fragen für künftige pastorale Dienste, auch wenn weniger Priester und Gemeindereferenten zur Verfügung stehen.

we, 21.09.2016, 19:53
Redakteure CON

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