Sanierung des Turms der Margarethenkirche wird wesentlich teurer

Der Margarethenturm bleibt bis Oktober eingerüstetBauexperte Jürgen Steindorf und Pastor Wichard von HeydenBausachverständiger Jürgen SteindorfDeutliche Schäden an der Kalksteinfassade

Gehrden. 

Bei der laufenden Sanierung des Turms der Margarethenkirche sind doch größere Schäden am Mauerwerk als zunächst angenommen festgestellt worden. Die zunächst geschätzten Kosten für die Sanierung von 150.000 Euro steigen voraussichtlich auf 250.000 Euro.

In der Vergangenheit hatten sich Steinabplatzungen aus der Kalksteinfassade gelöst und gefährdeten die Passanten auf dem Kirchplatz. Aus Verkehrssicherheitsgründen und zum langfristigen Erhalt des Kirchturmes wurden die Sanierungsarbeiten in Angriff genommen. Mit der kompletten Einrüstung des Kirchturmes und den Sanierungsarbeiten wurde Ende Juli begonnen, nachdem Turmfalken und Mauersegler ihr Brutgeschäft beendet hatten. „Die Fassade wurde abgestrahlt und gereinigt, die Fugen freigelegt und ausgebessert“, berichtet Kirchenvorstandsvorsitzende Dorothea von Schlotheim über die bisherigen Arbeiten.

„Das Mauerwerk besteht nicht aus Sandstein, sondern aus Kalkstein. Zum Teil finden wir sogar Einlagerungen von Muscheln. Der Kalkstein stammt aus der Region, da keine weiten Anlieferungswege bewältigt werden konnten“, schildert Jürgen Steindorf, Experte für Bau- und Kunstpflege bei der Landeskirche, den baulichen Zustand. „Der weiche Kalkstein leidet auf der witterungsbezogenen Außenfläche unter dem Frost- und Tauwetter-Wechsel. Dadurch entstehen die Abplatzungen, die es eigentlich seit Fertigstellung des Kirchturmes vor 800 Jahren gegeben haben muss“, so Steindorf. Alle Kalksteine der Außenwände wurden abgeklopft und auf ihre Festigkeit überprüft. Bei festgestellten Schäden wurden die Steine mit roten Markierungen gekennzeichnet. Die etwa 50 Zentimeter dicken Steine werden etwa zehn bis zwölf Zentimeter mit dem Bohrmeißel ausgearbeitet, bis die Steinmetzarbeiter auf feste Kalksteinstrukturen kommen. Die Lücken werden mit Thüster Kalkstein ausgefüllt, der sich vom Aussehen dem über 800 Jahre alten Kirchturm am besten anpasst. Überraschend war für die Bauexperten, dass auch die Ostseite als witterungsabgewandte Seite stärker als vermutet von den Steinabplatzungen betroffen ist. Die nicht eingeplanten und wesentlich umfangreicheren Arbeiten sollen im Oktober abgeschlossen werden. Die Finanzierung der Sanierungsarbeiten am Turm der Margarethenkirche übernehmen die Landeskirche und der Kirchenkreis Ronnenberg.

we, 08.09.2016, 13:06
Redakteure CON

Kommentare

Keine Kommentare

Benutzeranmeldung

Zum Kommentieren bitte anmelden
Anmelden

Kennwort vergessen?