Schuld an schweren Unfällen: Alk, Handys oder Senioren?

Alkohol war hier der Grund für einen Todesfall.

Ronnenberg / Gehrden / Wennigsen / Hemmingen. 

Das Polizeikommissariat Ronnenberg, das neben Ronnenberg auch für Gehrden, Wennigsen und Hemmingen zuständig ist, vermeldet für das zurückliegende Jahr einen leichten Rückgang der Unfallzahlen um 0,8 Prozent - das entspricht 1.370 Unfällen im Vergleich zu 1.381 im Jahr 2014. Auch die Anzahl von Unfällen mit verletzten Personen blieb bei rund 16 Prozent des Gesamtaufkommens - 219 Unfälle hatten einen Personenschaden zur Folge.

Die Top Drei der Unfallursachen sind Vorfahrtsfehler (43 Prozent), gefolgt von zu hoher Geschwindigkeit (26 Prozent) und dem Abbiegen (20 Prozent). Die Unfallschwerpunkte reduzierten sich auf die Kreuzung der Göttinger Straße mit der Deverser Straße in Hemmingen mit 18 Unfällen im Jahr 2015 und die Landesstraße 390 zwischen Leveste und Redderse mit einem Todesfall und zwei Schwerverletzten. "Bei den schwerverletzten und getöteten Personen hat sich der landesweite Trend auch in unser Region bestätigt", erklärt Axel Feldmann vom Polizeikommissariat Ronennberg. Seit 2002 war diese Anzahl deutlich rückläufig, stieg aber in 2014 und in 2015 wieder deutlich an. Hier wurden im letzten Jahr 42 Menschen schwer verletzt (2014: 46) und acht Personen getötet (2014: 7). "Ein Erklärungsansatz könnte die Zunahme der Ablenkungen der Verkehrsteilnehmer sein, zum Beispiel durch Handy-Nutzung", mutmaßt Feldmann.

Von den acht getöteten Personen handelt es sich um einen Fußgänger, fünf Fahrzeugführer und zwei Mitfahrer. Bei zwei Unfällen war Alkohol, bei den sechs weiteren Unfällen war nicht angepasste Geschwindigkeit ursächlich. Der getötete Fußgänger bewegte sich alkoholisiert nachts auf der Straße. In allen anderen Fällen haben die Führer der Pkw, in denen Personen zu Tode kamen, durch ihr Fehlverhalten den Unfall verursacht. Fünf der acht Getöteten waren über 65 Jahre alt, rund die Hälfte der Schwerverletzten gehört ebenfalls zu dieser Altersgruppe.

Erfreulich sei der Rückgang der Unfälle unter Alkoholeinfluss von 26 auf zwölf Ereignisse. Ohne einen Unfall verursacht zu haben wurden 53 Fahrzeugführer unter Alkoholeinfluss angehalten, zwei Unfälle ereigneten sich auf Grund Drogenkonsums. 21 Personen wurden ohne Unfall unter Drogeneinfluss festgestellt. Bei den Unfallfluchten ergaben sich keine gravierenden Veränderungen. Die Zahl sank von 358 auf 352. Die Aufklärungsquote lag erneut bei 40 Prozent.

hug, 23.03.2016, 16:43
Redakteure CON

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