SuedLink kommt - und kaum einen interessiert's

Kirchdorf / Region. 

Es ist einer der größten Eingriffe in die Natur des Calenberger Landes – doch zumindest die Barsinghäuser scheint dies nicht besonders zu interessieren. Gerade einmal 70 Personen fanden sich zur ersten Informationsveranstaltung über die Stromtrasse SuedLink, zu der die Barsinghäuser Verwaltung eingeladen hatte, im Schulzentrum am Spalterhals ein. Von ihnen kamen mehrere aus umliegenden Kommunen, unter anderem Springe und Pattensen. Bürgermeister Marc Lahmann begrüßte die Teilnehmer, dann erklärten Tennet-Vertreter Thomas Wagner sowie Navina Breuer und Olaf Peter Eul von der Bundesnetzagentur ihre jeweiligen Vorhaben in dem Verfahren. Während ein Springer Bürger sichtlich verärgert über den von TenneT bevorzugten Korridor westlich von Hannover und damit durch das Calernberger Land und den Deister laufend, war und deutliche Proteste ankündigte, war Alt-Bürgermeister Klaus-Detlef Richter sehr angetan. „Ich fühle mich durch die detaillierten Erklärungen sehr sicher. Auch wenn die Stromtrasse durch meinen Garten laufen würde, würde ich mich sicher fühlen“, erklärte er. Das sahen die meisten anderen Anwesenden durchaus anders. Sie stellten Fragen nach der Größe der Masten, einer möglichen Erdverkabelung und der Strahlungsstärke. Außerdem war für viele Bürger völlig unverständlich, dass der östliche Korridor aus Sicht von TenneT eher uninteressant ist. Dass dort eine wesentlich geringere Bevölkerungsdichte herrscht als in der Region Hannover, wollte Wagner nicht als Argument gelten lassen. „Es kommt nicht auf die Anzahl der Betroffenen an, sondern wie schwer jeder Einzelne betroffen ist“, sagte er. Und das Konfliktpotenzial sei im östlichen Korridor deutlich größer als im westlichen.

Nicht beantwortet wurde die Frage von Kerstin Beckmann, wer den westlichen Korridor noch einmal vorgeschlagen hatte, sodass dieser wieder in dsas Prüfverfahren gelangt ist, nachdem er quasi schon aussortiert worden war. Wer einen Trassenvorschlag mache, sei völlig egal, sagte Moderator Thomas Prinz, ehemaliger Bürgermeister von Laatzen. Jede Privatperson und auch jede Kommune könne Alternativvorschläge machen. Dies betonte auch Navina Breuer. „TenneT hat einen Antrag gestellt und die Bundesnetzagentur prüft diesen jetzt“, sagte sie. Für Privatpersonen und Kommunen sei Gelegenheit, Alternativen zu den von TenneT bevorzugten Trassenkorridoren anzuzeigen und eigene Belange darzulegen. Auch TenneT-Vertreter Thomas Wagner forderte die Anwesenden auf, Alternativvorschläge abzugeben. „Wir sind mit unserem Latein am Ende und finden keine Konfliktärmeren Korridore“, so Wagner. Deshalb würden weitere Vorschläge durchaus geprüft.

 

Informationen über den geplanten SuedLink gab es auch von der Bürgerinitiative Calenberger Land gegen SuedLink. Im Foyer des Schulzentrums hatte Jan-Eric Bothe von der Bürgerinitiative ein Modell aufgebaut, um einmal das Verhältnis der 70 Meter hohen Masten zu den ortsüblichen Gebäuden darzustellen. Außerdem verteilte er Papiere mit Informationen über den SuedLink, der als rund 700 Kilometer lange Trasse Strom von Schleswig-Holstein nach Bayern transportieren soll. Danach ist die eigentliche Trasse 30 Meter breit, daneben gibt es auf beiden Seiten einen je 30 Meter breiten Schutzstreifen, auf dem keine Bäume stehen dürfen. Die Schneise, die für SuedLink gezogen werden muss, unter anderem durch den Deister, ist somit 90 Meter breit. Genaue Informationen gibt die Bürgerinitiative auf ihrer Internetseite www.gegensuedlink.de.





bri, 18.03.2015, 21:28
Redakteure CON

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