Die vielen Gesichter des Diabetes

Gesundheit. 

"Diabetes besiegen" - unter diesem Motto steht der diesjährige Weltgesundheitstag, an dem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf die steigende Zahl an Diabetes mellitus Erkrankten aufmerksam macht. Allein in Deutschland leben rund 7,6 Millionen (1) Menschen mit der Stoffwechselstörung. "Trotz der großen Verbreitung halten sich Vorurteile wie 'Hast du zu viele Süßigkeiten gegessen?' hartnäckig, wie uns immer wieder berichtet wird", erklärt Sarah Millington, Geschäftsführerin Ascensia Diabetes Care Deutschland. "Dabei kann Diabetes je nach Typ ganz unterschiedliche Ursachen haben - wie eine genetische Veranlagung, Umweltfaktoren oder Bewegungsmangel." Von den häufig wiederkehrenden Fragen können auch Hans Kudis, Anna Saxinger und Nina Sagehorn viel erzählen. Dass Diabetes nicht gleich Diabetes ist und trotz der Erkrankung ein aktives Leben möglich ist, beweisen sie mit ihren ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten.

Vor sechs Jahren wurde bei Hans Kudis Diabetes Typ 2 festgestellt. 95 Prozent aller Menschen mit Diabetes leiden unter dieser Form, die sich in der Regel erst im höheren Alter bemerkbar macht. (1) Sie kann zwei verschiedene Ursachen haben: Entweder sind die Zellen im Körper resistent gegenüber dem Hormon Insulin oder die Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse ist vermindert. Beides führt dazu, dass die Zellen den Zucker aus dem Blut nicht mehr richtig aufnehmen können. Der Blutzuckerspiegel ist dadurch dauerhaft erhöht, was im Extremfall zu einer schweren Hyperglykämie und einem diabetischen Koma mit Bewusstlosigkeit führen kann.

Auf Tauchstation mit Diabetes

Nach der Diagnose war Hans Kudis größte Sorge, dass er nicht mehr als Tauchlehrer arbeiten kann. "Nachdem ich schon vor vielen Jahren die Fliegerei als Pilot bei der Luftwaffe aus Altersgründen aufgeben musste, habe ich mit dem Tauchen wieder etwas gefunden, das mich sehr fasziniert. Denn sowohl die Luft als auch das Wasser sind Elemente, wo der Mensch eigentlich nicht hingehört", erklärt der 60-Jährige. Einmal pro Jahr muss er zur Tauchtauglichkeitsprüfung, bei dem sein Gesundheitszustand genau unter die Lupe genommen wird. "Da ich meinen Blutzucker gut im Griff habe, hat mein Arzt keinerlei Bedenken und lässt mich auch mit Diabetes weiter meinem großen Hobby Tauchen nachgehen", erklärt er.

Mittlerweile weiß Hans Kudis ganz genau, bei welchen Lebensmitteln sein Blutzuckerspiegel um welchen Wert ansteigt und kann diesen mit der richtigen Ernährung gut im Normbereich halten. Eine wichtige Basis für sein Diabetes-Management ist die regelmäßige Blutzuckerkontrolle mithilfe seines Contour® Next Blutzuckermesssystems von Ascensia Diabetes Care, das ihm besonders messgenaue Blutzuckerwerte (2,3,4) liefert.

Der ständige Begleiter

Ein ganz anderes Leben mit Diabetes führt Anna Saxinger: Die 28-Jährige hat bereits im Alter von 12 Jahren die Diagnose Typ 1 erhalten. Bei ihr ist die Insulinbildung fast vollständig zum Erliegen gekommen. Deshalb muss sie sich das Hormon Insulin selbst spritzen, ihren Blutzucker immer im Auge behalten und mehrmals täglich kontrollieren - unabhängig davon wie ungünstig die Situation gerade ist: "Als ich als Jugendliche mit meinen Freunden im Kino war und dort meinen Blutzucker messen musste, hat mein Sitznachbar ganz entsetzt reagiert und mich gefragt 'Warum musst du das gerade jetzt machen, wenn ich neben dir sitze und Popcorn esse?' berichtet sie.

Auch heute noch erlebt Anna Saxinger immer mal wieder unangenehme Situationen und lästige Fragen, doch davon lässt sie sich nicht entmutigen. Ganz im Gegenteil: "Ich sehe meinen Diabetes zum einen als Herausforderung, die mich stärker gemacht hat, und zum anderen als Ansporn, zu zeigen, dass ich trotzdem alles machen kann." Stark ist auch das Motto in ihrer Freizeit, in der sie viel Zeit im Fitnessstudio beim Krafttraining verbringt. Das Ziel der Studentin: Sie möchte gerne an Wettbewerben teilnehmen. Darauf trainiert sie jeden Tag hin.

Start in ein neues Leben

Dass Diabetes mellitus das komplette Leben - nicht nur im negativen Sinne - verändern kann, davon ist auch die 18-jährige Nina Sagehorn überzeugt: "Mit der Diagnose vor drei Jahren musste ich auf einmal sehr viel selbst managen, wodurch ich viel reifer und selbstbewusster geworden bin und mir alleine mehr zugetraut habe", erklärt sie. Eine längere Zeit im Ausland zu verbringen - dieser Wunsch kam auf, nachdem Nina Sagehorn die Diagnose erhielt. Mit einem High-School-Jahr in Kanada hat sie sich 2015 ihren Traum erfüllt. "Ohne den Diabetes hätte ich das nie gemacht. Die Bedenken, Zweifel und Sorgen aus meinem Umfeld waren ein zusätzlicher Ansporn nach dem Motto 'Jetzt erst recht'."

cre/ots, Foto: obs/Ascensia Diabetes Care Deutschland GmbH, 07.04.2016, 04:32
Redakteure CON

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