Neues Infoblatt zum Mammographie-Screening

Gesundheit. 

Jede Frau zwischen 50 und 69 Jahren erhält alle zwei Jahre mit ihrer Einladung zum Mammographie-Screening-Programm eine Informationsbroschüre des Gemeinsamen Bundesauschusses (G-BA). Das nun überarbeitete Merkblatt soll Frauen dabei unterstützen, Vor- und Nachteile des Programms für sich abzuwägen.

"Wir begrüßen, dass Begriffe wie falsch-positive Befunde und Überdiagnosen ausführlicher und verständlich erklärt werden", sagt Dr. Vanessa Kääb-Sanyal, Leiterin der Geschäftsstelle Kooperationsgemeinschaft Mammographie. Vor allem wenn über Überdiagnosen gesprochen wurde, führte das bislang häufig zu einem Missverständnis. Es entstand der Eindruck, Frauen erhalten im Mammographie-Screening eine Brustkrebsdiagnose und anschließende Behandlung, obwohl sie nicht an Brustkrebs erkrankt sind." Überdiagnosen sind jedoch Karzinome und Brustkrebsvorstufen, die durch die Früherkennung entdeckt werden, aber ohne diese Früherkennung zu Lebzeiten der Frau nicht aufgefallen wären. "Also werden auch Frauen behandelt, bei denen es nicht notwendig gewesen wäre. Überdiagnosen kommen in jeder Krebsfrüherkennung vor. Sie gehören zu den unerwünschten Effekten, lassen sich aber nicht vermeiden", betont Kääb-Sanyal.

 "Das Merkblatt stellt klar, dass Frauen durch eine Teilnahme am Screening vor dem Brustkrebstod bewahrt werden können", meint von Kääb-Sanyal. Für diesen wichtigsten Vorteil gibt die Infobroschüre des G-BA neue Zahlen an. Von 1000 Frauen, die über 10 Jahre lang zum Mammographie-Screening eingeladen werden, können 1 bis 2 Frauen vor dem Brustkrebstod bewahrt werden. Als wichtigsten Nachteil nennt das Merkblatt nun die Überdiagnosen: Von 1000 Frauen erhalten demnach 5 bis 7 Frauen eine Überdiagnose.

Auch sollte in der Diskussion nach Auffassung von Kääb-Sanyal ein wichtiger Aspekt nicht vergessen werden: "Wenn eine Frau zwischen 50 und 69 Jahren eine Maßnahme zur Brustkrebsfrüherkennung in Anspruch nehmen will, dann ist das Mammographie-Screening die einzige wirksame Methode. Das ist durch Studien belegt."

cre/ots, Foto: obs/Kooperationsgemeinschaft Mammographie/Viviane Wild, 01.02.2016, 04:35
Redakteure CON

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