Schwefelbäder - Heilkräfte der Natur

Lifestyle. 

Schon in der Antike hat man erkannt, dass schwefelhaltiges Wasser einen positiven Effekt auf die Gesundheit haben kann. Die Bevölkerung stellte bereits damals fest, dass nicht nur das Wohlbefinden durch solch ein Bad verbessert, sondern dass auch körperliche Gebrechen mit solch erholsamen Bädern behandelt werden konnten. Auch in der heutigen Zeit stellt das Schwefelbad immer noch eine wirkungsvolle Alternative zu klassischen schulmedizinischen Behandlungsformen dar.

In unmittelbarer Nähe von Barsinghausen, im Staatsbad Nenndorf findet sich neben den natürlichen Heilmitteln Moor und Sole eine der stärksten Schwefelquellen Europas! Schwefelquellen wurden hier erstmals 1546 schriftlich erwähnt  und werden seit dem Bau des ersten Badehauses 1787 als Heilmittel genutzt. Seit fast 100 Jahren ist die Wirkung des Schwefels auf die Erweiterung der Hautgefäße bekannt. Die positive Wirkung auf das Immunsystem ließ sich in den 80er Jahren nachweisen.

1936 wurde in dem damals nach einem Brand neu errichteten Landgrafenhaus ein balneologisches Institut begründet, um die Erforschung der Bademedizin weiter voranzutreiben. Mitte der 50er Jahre konnten Ärzte die Aufnahme des Schwefels durch die Haut mengenmäßig nachweisen, später auch den Schwefeleinbau im Knorpel. Seit etwa 50 Jahren ist der positive Effekt bei Kälteempfindlichkeit und allgemein auf die Schmerzempfindung wissenschaftlich nachgewiesen.

Die wohltuende, schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung beruht auf mehreren Faktoren: wie bei allen Thermalbädern wirkt zunächst die Wärme des Wassers. Diese Wärmewirkung wird durch den Schwefelwasserstoff zusätzlich erhöht.

Die optimale Temperatur eines Schwefelbades liegt zwischen 37 und 39 Grad Celsius über die Dauer von 20 Minuten. Durch die Temperatur und den Schwefelgehalt wird die Durchblutung angeregt, deutlich sichtbar an der anschließenden Rötung der Haut.
Die Muskeln im ganzen Körper entspannen sich. Das Bindegewebe wird besser dehnbar. Blutgefäße erweitern sich, Herzschlag und Stoffwechsel nehmen zu. Durch die Temperatur und den Schwefelgehalt wird  die Durchblutung angeregt, gut sichtbar an der anschließenden Rötung der Haut und führt zu einer verbesserten Aufnahme von Sauerstoff und Mineralien. Durch die Haut gelangt der Schwefelwasserstoff ins Blut. An Stellen, wo er gebraucht wird, trägt er dann zur Heilung bei, hemmt etwa Gelenkentzündungen oder hilft, Gelenkknorpel wieder aufzubauen.

Ähnlich wie nach einem Saunabesuch fühlt sich der Körper nach dem Genuss eines Schwefelbades  angenehm schwer an. Da das Bad auch Herz und Kreislauf enorm belastet, sollte anschließend eine Ruhepause eingehalten werden.

Schwefelbäder wirken bei allen Formen der rheumatischen Erkrankungen, ob degenerativ oder entzündlich, ob bei Weichteilrheumatismus (z. B. Fibromyalgie), bei knöchernen Veränderungen oder auch nach Operationen am Bewegungsapparat ,bei  Bandscheibenleiden, Gelenkarthrosen,  muskulären Verspannungen und Neuralgien.

Die Volkskrankheit Neuromdermitis, die die Haut meist schubweise befällt, spricht gut auf ein Bad in schwefelhaltigem Wasser an. Auch bei Psoriasis werden insbesondere in Verbindung mit Lichttherapie sehr gute Behandlungserfolge erzielt.

Die Bäder können im Rahmen von Kuren verordnet werden.

Beratung und nähere Informationen gibt es hier oder unter 05723 702-642.

www.staatsbadnenndorf.de, Foto: Staatsbad Nenndorf, 06.05.2016, 09:45
Redakteure CON

Kommentare

Keine Kommentare

Benutzeranmeldung

Zum Kommentieren bitte anmelden
Anmelden

Kennwort vergessen?