"Wir müssen etwas tun, damit nicht noch mehr Menschen Opfer werden"

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Buntes Lichtergeblitze, beinahe lustvolles Dröhnen und Stöhnen: Die Droge selbst ist krachig. Um so stiller ist die Krankheit, die sie auslösen kann: die Glücksspielsucht. Die Betroffenen verspielen alles: Geld, den Partner, die Kinder, Freunde, ihr Leben. In vielen Zügen ist pathologisches Spielen mit dem Alkoholismus vergleichbar. Die Lohnsteuerhilfe für Arbeitnehmer e. V., Lohnsteuerhilfeverein, Sitz Gladbeck, und die Timo Bell EDV- & Unternehmensberatung, Recklinghausen, wollen an diesem Tag auf die Krankheit aufmerksam machen: "Wir müssen etwas tun, damit nicht noch mehr Menschen Opfer werden."

Deshalb haben sich der Lohnsteuerhilfeverein und der Autor des Buches zusammengeschlossen: Zum heutigen "Aktionstag gegen Glücksspielsucht" wird das Buch "Think-Right-Methode" *) kostenlos zum Download bereitgestellt:

www.was-ist-sucht.de/aktionstag

"Unserer Meinung nach können wir mit diesem Buch einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass sich Betroffene mit ihrer Krankheit auseinandersetzen", sagt Bernd Werner, Vorstand der Lohnsteuerhilfe für Arbeitnehmer e. V., Lohnsteuerhilfeverein, Sitz Gladbeck: "Es eröffnet aber auch zum Beispiel Angehörigen einen Einblick in diese Krankheit, die ihre Betroffenen kaum mehr loslässt und immer tiefer in den Abgrund zieht."

Die "Think-Right-Methode" ist ein Buch, das Timo Bell in enger Zusammenarbeit mit erkrankten Spielern entwickelt hat. Das Buch wird empfohlen vom Institut Glücksspiel & Abhängigkeit in Österreich. Präsident Roman Neßhold schrieb: "Die "Think-Right-Methode" ist aus meiner Sicht ein geeignetes Mittel, um Menschen in ein spielfreies und lebenswertes Leben zu begleiten."

"Wir meinen: Über diese Krankheit muss mehr informiert werden, es muss viel entschlossener dagegen vorgegangen werden", sagt Bernd Werner: "Aus diesen Gründen haben wir uns dazu entschlossen, das Buch am Aktionstag kostenlos allen Interessierten zur Verfügung zu stellen. Wir engagieren uns zu dem Thema, weil uns die Philosophie unseres Lohnsteuerhilfevereins - "Von Mensch zu Mensch." - dazu verpflichtet."

"Ich denke, wir können mit der gemeinsamen Aktion einen Beitrag dazu leisten, die Krankheit aus dem Dunkel der Verschwiegenheit und Scham herauszuholen," sagt Timo Bell.

Pathologisches Spielen ist eine von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) anerkannte Krankheit, deutsche Krankenkassen übernehmen die Behandlungskosten. Und dennoch: belastbare Studien oder erprobte Therapiekonzepte gibt es praktisch nicht. Ebenso wenig offizielle Zahlen: Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) geht von 436.000 Betroffenen aus, nach Schätzungen der EU sollten es doppelt so viele Erkrankte sein. "Die Dunkelziffer ist sehr hoch. Außerdem gibt es keine genauen Zahlen über die Menschen, die sich in der Vorstufe zu dieser Krankheit befinden", sagt Timo Bell.

Timo Bell, Autor des Buches: Seit 2008 beschäftigt sich Timo Bell mit den zahlreichen Spielvarianten. Zahllose Gespräche und Beobachtungen ließen schon früh die Erkenntnis reifen: Spielen ist nicht nur harmloses Vergnügen. Seitdem arbeitete er an Methoden, mit denen pathologisches Spielen erkannt und behandelt werden kann. Timo Bell ist weder Psychologe noch Psychotherapeut. Er ist Autor, Coach, Unternehmensberater und EDV-Fachmann. Aus diesem "Quereinstieg" resultiert seine erfrischende Ansprache. Seine Unabhängigkeit vom "Therapiebetrieb" macht es möglich, zu vielen Punkten einen ganz anderen Standpunkt zu entwickeln. www.was-ist-sucht.de

cre/ots, Foto: pixabay/mksn, 23.09.2015, 04:37
Redakteure CON

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