Zahnpflege allein ist nicht genug

Lifestyle. 

Karies und Parodontitis sind weit verbreitete Zivilisationskrankheiten mit einem deutlichen Bezug zur Ernährungsweise und der Zusammensetzung unserer Nahrungsmittel und Getränke. Somit wird die Zahn- und Mundgesundheit nicht nur durch eine gründliche und richtige Zahnpflege, sondern in ganz besonderem Maße von Ess- und Trinkgewohnheiten beeinflusst.

Karies entsteht, wenn sich schmierige Beläge auf den Zähnen bilden, in denen sich durch bakterielle Stoffwechselprodukte Säuren bilden, die Mineralien aus den Zähnen herauslösen. Der Speichel wiederum enthält diese Mineralien und kann sie den Zähnen wieder zuführen.

Damit während des Kauvorganges eine gewisse Selbstreinigung der Zähne stattfindet, sollte ein großer Teil der verzehrten Nahrungsmittel ballaststoffreich, faserhaltig und vollwertig sein. Durch das dadurch notwendige intensive Kauen werden der Speichelfluss angeregt, belagsintensive Nahrungsbestandteile und schädliche Bakterien weggeschwemmt und der Wiedereinbau herausgelöster Mineralien in die Zahnsubstanz gefördert, insbesondere dann, wenn diese „Remineralisation“ nicht durch ständige kleine Zwischenmahlzeiten gestört wird.

Kalziumreiche Nahrungsmittel wie grünes Gemüse, Milch und deren Produkte wie Käse unterstützen diesen Prozess der Remineralisation. Fisch, Hülsenfrüchte, schwarzer und grüner Tee, die Fluoride enthalten, stabilisieren den Zahnschmelz und wirken ebenfalls karieshemmend.

Weiche, belagbildende Speisen ohne mechanische, den Selbstreinigungsprozess unterstützende Bestandteile, Zucker in Reinform, wie er in Schokolade und anderem Naschwerk vorkommt, sind stark kariesfördernd und versteckte Zucker in Erfrischungsgetränken, Fruchtjoghurt, Ketchup, Trockenobst und Nahrungsfertigprodukten, haben den gleichen Effekt.

Werden Süßigkeiten über den ganzen Tag verteilt genossen, kommt es durch den Zuckerdauerkontakt der Zähne sicher bald zu Kariesbildung. Da eine daraus hergeleitete Forderung nach totalem Zuckerverbot zum Schutz der Zähne unrealistisch wäre, sollten Süßigkeiten wenigstens möglichst „am Stück“ nach einer Hauptmahlzeit genossen und die Zuckerreste ca. 30 Minuten später durch gründliches Zähneputzen entfernt werden.

Auch saure Speisen und Getränke, bei denen die Säure direkt und ohne bakterielle „Zwischenstation“ auf die Zähne einwirkt, schwächen deren Mineralstruktur. Deshalb sollten nach dem Konsum saurer Speisen und Getränke die Zähne erst nach ca. einer Stunde geputzt, der Mund jedoch gleich mit klarem Wasser gründlich gespült werden. Lässt man dann dem Speichel durch genügend lange Pausen zwischen den Mahlzeiten genug Zeit, die herausgelösten Mineralien zu ersetzen, dann kommt es zu einem Reparaturmechanismus und die Zähne leiden nicht.

Werden nun naturbelassene Kost und zuckerfreie Süßigkeiten bevorzugt, der Zuckerkonsum reduziert und die Nahrungsaufnahme weitgehend auf die Hauptmahlzeiten beschränkt, dann bedeutet das kaum Verzicht, aber die Gewissheit, vieles für die Zahngesundheit und einen gesunden und leistungsfähigen Organismus getan zu haben. Weitere Informationen gibt es unter www.zahnarzt-diebler.de


bri, Dres. Diebler-Zahnärzte Wennigsen, Foto: fotolia, 03.02.2015, 00:27
Redakteure CON

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