Aufmerksam im Straßenverkehr

Senioren. 

Um sich mit Auto, Rad, Roller oder Rollator sicher im Straßenverkehr zu bewegen, ist gutes Sehen genauso wichtig wie gutes Hören. Ein unversorgter Hörverlust kann zu gefährlichen Situationen für alle Verkehrsteilnehmer führen, so viel ist sicher. Laut den Zahlen des Statistischen Bundesamtes nahm die Gesamtzahl von Verkehrsunfällen im vergangenen Jahr weiter zu und lag bei rund 2,5 Millionen.

Warum ist schlechtes Hören so gefährlich? Herannahende Fahrzeuge können überhört werden. Akustische Warnsignale wie Hupen, Fahrradklingeln oder Blaulicht sind nur schwer wahrzunehmen und können eventuell nicht korrekt geortet werden. Und auch das Klingeln sich schließender Bahnschranken wird vielleicht nicht richtig eingeordnet. Bei schlechter Sicht übernehmen die Ohren außerdem das "Frühwarnsystem", das bei einer Hörminderung schlechter wird und sogar ganz ausfallen kann.

Darüber hinaus sorgt die große Anstrengung, trotz Hörminderung etwas zu hören, die sogenannte Ausgleichsleistung, bei Menschen mit einem unbehandelten Hörverlust für Konzentrationsstress und -schwäche - eine tödliche Falle im Straßenverkehr.

"Unbehandelte und unversorgte Schwerhörigkeit ist gefährlich", erklärt Marianne Frickel, Präsidentin der Bundesinnung der Hörgeräteakustiker (biha). "Es kann sehr anstrengend sein, mit einem unversorgten Hörverlust auf alle unterschiedlichen Signale zu achten, sie zu orten und schnell zu reagieren."

Frickel, selbst Meisterin vom Fach, empfiehlt daher, regelmäßig beim Hörakustiker vor Ort einen Hörtest machen zu lassen. So kann ein Hörverlust frühzeitig festgestellt und ausgeglichen werden. Hörakustiker bieten den Hörtest in der Regel kostenlos und unverbindlich an.

Ist ein Hörsystem nötig, bieten die Hörakustik-Fachbetriebe eine vergleichende Hörsystemanpassung an: Durch das Probetragen unterschiedlicher Hörsysteme kann gemeinsam mit dem Hörakustiker herausgefunden werden, welches Hörsystem am besten zum Hörprofil und zur persönlichen Hörsituation passt.

Ab einem Hörverlust von 20 Prozent kann gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse ein Anspruch auf eine Hörsystemversorgung bestehen.

cre/ots, Foto: pixabay/annuzac, 20.06.2016, 04:00
Redakteure CON

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