Pflege als "liebevolle Selbstverständlichkeit"

Senioren. 

"In guten wie in schlechten Zeiten": Was sich Brautpaare bei ihrer Hochzeit gerne versprechen, scheint in den meisten Partnerschaften - ob nun mit oder ohne Trauschein - eine Selbstverständlichkeit zu sein. Bei einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Apothekenmagazins "Senioren Ratgeber" versichern die befragten verheirateten bzw. in Partnerschaft lebenden Männer und Frauen nahezu einstimmig (87,9 %), falls ihr Partner einmal pflegebedürftig wäre, würden sie auf jeden Fall erst einmal versuchen, ihn zu Hause selbst zu pflegen. Für die große Mehrheit (79,1 %) wäre dies kein Zwang, sondern eine "liebevolle Selbstverständlichkeit". Auf Unterstützung wollen dabei aber nur die wenigsten verzichten: Drei Viertel der Befragten (75,9 %) würden unbedingt darauf achten, in regelmäßigen Abständen eine Pflege-Auszeit (Urlaub von der Pflege, Tages- oder Kurzzeitpflege) zu bekommen.
Eine vorbildliche Einstellung, kommentieren Experten. Im Interview mit dem "Senioren Ratgeber" warnen sie die künftigen pflegenden Angehörigen nämlich vor drohender Überforderung: "Wer sich nicht regelmäßig Auszeiten gönnt, in welcher Form auch immer, wird krank", betont Diplom-Psychologin und Leiterin der Online-Angehörigenberatung pflegen-und-leben.de, Imke Wolf. Die Möglichkeiten einer Pflege-Pause sind dabei in Deutschland vielfältig. So bewilligt die Pflegekasse Zuschüsse für "Verhinderungspflege", mit der eine Fachkraft finanziert werden kann, die zu Hause die Betreuung übernimmt. Der Schützling kann auch bis zu vier Wochen im Jahr in einer stationären Pflegeeinrichtung betreut werden.
Urlaub gemeinsam mit dem pflegebedürftigen Partner wird ebenfalls verstärkt nachgefragt. Aus diesem Grund organisieren immer mehr private Reiseveranstalter, Hotels, Wohlfahrtsverbände und Patientenorganisationen Reisen für gehandicapte Gäste und ihre Angehörigen - sei es die barrierefreie Individualreise in die Türkei oder eine Gruppenreise mit Demenzkranken an die Ostsee.

cre/ots, Foto: pixabay/coombesy, 20.11.2016, 13:19
Redakteure CON

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