Bürgerinitiative Calenberger Land gegen SuedLink arbeitet weiter

Barsinghausen / Gehrden / Ronnenberg / Wennigsen / Springe. 

Die Bürgerinitiative (BI) Calenberger Land gegen SuedLink begrüßt die geplante Erdverkabelung des SuedLinks, da die Erdverkabelung deutlich weniger Belastungen bringt als die Freileitung an Masten. Aber auch die Erdverkabelung ist ein massiver Eingriff in die Natur. Die Bautrasse für die Erdverkabelung ist mit 60 Metern breiter als zwei sechsspurige Autobahnen mit Standstreifen nebeneinander. Diese Schneise wird sich während der Bauzeit durch das Calenberger Land ziehen. Hinterher wird ein 20 Meter breiter Streifen von Bäumen freigehalten werden müssen. Landwirtschaftlich kann er aber genutzt werden.

"Ein Vertreter der BI war am Mittwoch bei TenneT in Kassel und ließ sich noch einmal bestätigen, dass zu 100 Prozent Erdverkabelung vorgesehen ist und während der Bauphase wird es eine bodenkundliche und eine ökologische Baubegleitung geben", berichtet Jan-Eric Bothe von der Bürgerinitiative Calenberger Land gegen SuedLink. 

"Positiv ist zu vermerken, dass der Deister und andere Wälder im Calenberger Land nicht mehr berührt werden, allerdings werden auf der gleichen Trasse in Seelze hochwertige, in der höchsten Schutzstufe eingestufte, Wälder zerstört. Es wird auch nötig sein, zum Beispiel in Göxe, Holtensen und anderen Orten die Erdverkabelung fast an den Grundstücksgrenzen zu verlegen. Die Strecke führt aber auch durch Wasserschutzgebiete und Vorranggebiete Grundwasserschutz und ein wichtiges Vogelschutzruhegebiet. Und auch die Böden im Calenberger Land sind nicht geeignet für Erdkabel und viele weitere schützenswerte Bereiche werden massiv beeinträchtigt", so Bothe weiter.

Selbst TenneT gibt in einer ersten Stellungnahme zu, dass die Strecke im Calenberger Land "über erosionsgefährdete und feuchte verdichtungsempfindliche Böden, Vorranggebiete Schwerpunkt Tourismus und Erholung sowie Natur und Landschaft, Landschaftsschutzgebiete und Überschwemmungsgebiete verläuft".

"Für die BI stellt sich die Frage, warum dann so ein Trassenvorschlag gewählt wurde, der durch ein dicht besiedeltes reich strukturiertes Gebiet führt. Die BI wird weiter daran arbeiten, die Auswirkungen für das Calenberger Land auf ein Minimum zu reduzieren", sagt Bothe.

red, 06.10.2016, 05:47
Redakteure CON

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